Windkraft in Baden-Württemberg: Ausbau bleibt zu langsam
- In Baden-Württemberg drehen sich langsam etwas mehr Windräder. Allerdings immer noch deutlich zu wenige, kritisieren Experten. (Archivbild)
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Stuttgart. Für Haushalte und Unternehmen im Südwesten bleibt der Ausbau der Windkraft ein wichtiges Thema für Versorgung und Stromkosten. In Baden-Württemberg sind im ersten Halbjahr 33 neue Windkraftanlagen in Betrieb gegangen.
Damit wurden nach Angaben der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg bereits mehr Anlagen fertiggestellt als im gesamten Vorjahr. Nach Einschätzung der Experten reicht das aber weiter nicht aus. Baden-Württemberg brauche rund 100 neue Windräder pro Jahr, um seine Ausbauziele zu erreichen.
Mehr Anlagen, aber großer Abstand zum Ziel
Die 33 neuen Anlagen kommen zusammen auf eine Leistung von 169 Megawatt. Seit Mai vergangenen Jahres gab es laut Auswertung nur Zuschläge für 184 Megawatt neue Leistung. Aus Sicht der Experten ist das ein Zeichen dafür, dass der Ausbau im Südwesten weiter gebremst wird.
- 33 neue Windkraftanlagen gingen im ersten Halbjahr in Betrieb
- 169 Megawatt Leistung kommen dadurch hinzu
- Rund 100 neue Windräder pro Jahr gelten als notwendig
- Installiert sind im Land derzeit gut 2.200 Megawatt
- Bis 2040 werden 12.000 Megawatt für nötig gehalten
Experten fordern eigenen Bonus für den Süden
Als Grund nennen die Fachleute vor allem die Ausschreibungsbedingungen der Bundesnetzagentur. Diese benachteiligten südliche Bundesländer mit geringerem Windaufkommen. PEE-Geschäftsführer Jürgen Scheurer fordert deshalb eigene Ausschreibungen nur für Süddeutschland. In den kommenden zwei Jahren sollten demnach 10.000 Megawatt nur für den Süden ausgeschrieben werden.
Auch Umweltministerin Thekla Walker unterstützt die Forderung. Die Grünen-Politikerin sagte, Windenergie werde auch im Süden für die Klimaziele und für die Versorgung industrieller Zentren mit günstiger heimischer Energie gebraucht. Das müsse mit einem Südbonus sichergestellt werden. Walker und Bayerns Umweltminister Hubert Aiwanger planen dazu gemeinsame Anträge im Bundesrat. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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