Versammlung in Friedrichshafen gestoppt: ZF-Konflikt eskaliert

Konflikt um übertarifliche Zulagen bei ZF in Friedrichshafen. (Archivbild) | Foto: Felix Kästle/dpa
  • Konflikt um übertarifliche Zulagen bei ZF in Friedrichshafen. (Archivbild)
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Friedrichshafen. Für Beschäftigte bei ZF in Friedrichshafen ist ein zentraler Austausch über ihre Lage vorerst unterbrochen worden: Eine Betriebsversammlung mit mehr als 4.500 Teilnehmern ist nach Angaben des Gesamtbetriebsrats abgebrochen worden.

Nach Mitteilung des Gremiums war die Stimmung auf der Veranstaltung am Dienstag sehr aufgeheizt. Ein Konfliktthema habe den Hauptteil der Versammlung eingenommen. Weitere geplante Punkte seien deshalb nicht mehr behandelt worden. Wann und wo die Versammlung fortgesetzt wird, ist bislang offen.

Streit um übertarifliche Leistungen

Im Mittelpunkt stand nach Angaben des Gesamtbetriebsrats der Konflikt um die Kündigung von übertariflichen Leistungen am Standort Friedrichshafen. Der Betriebsrat wertet dies als einen weiteren Eingriff ins Entgelt der Beschäftigten. In den vergangenen Wochen habe es Verhandlungen mit dem Management über eine faire Lösung gegeben. Diese Gespräche seien am Montag, 13. Juli, am Abend vom Arbeitgeber abgebrochen worden.

ZF äußerte sich auf Anfrage zurückhaltend. Zu lokalen Kostenstrukturen am Standort Friedrichshafen könne sich das Unternehmen aus Wettbewerbsgründen nicht äußern, teilte ein Sprecher mit. Angesichts der schwierigen Lage der Branche müsse die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts verbessert werden, um Perspektiven für die Zukunft zu schaffen. Die Gespräche mit dem Standort-Betriebsrat hätten auf Initiative des Unternehmens am Montag erstmals zu einem inhaltlichen Dialog geführt. Über Details wolle ZF erst sprechen, wenn Ergebnisse vorliegen.

Hoher Verlust und geplanter Stellenabbau

Der Konflikt fällt in eine wirtschaftlich schwierige Phase des Konzerns. ZF war im vergangenen Jahr vor allem wegen eines Sondereffekts beim Konzernumbau noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust verdoppelte sich auf 2,1 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte er bei knapp über einer Milliarde Euro gelegen.

Der hoch verschuldete Konzern will in den kommenden Jahren bis zu 14.000 Stellen in Deutschland abbauen. Ende 2025 beschäftigte ZF weltweit 153.153 Menschen. Davon arbeiteten etwas mehr als 49.000 in Deutschland. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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