Ukraine-Krieg trifft Standort Illertissen: Pharmafirma insolvent
- Der Unternehmenssitz von R-Pharm Deutschland in Illertissen. (Archiv)
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Insolvenz. Illertissen im Allgäu ist von der Pleite der deutschen Tochter des russischen Pharmakonzerns R-Pharm betroffen. Für die rund 300 Beschäftigten bedeutet das zunächst Unsicherheit. Der Betrieb läuft nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters weiter, allerdings mit Einschränkungen.
Hauptursache der Insolvenz sind die Folgen des Ukraine-Kriegs. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Markus Fröhlich haben die EU-Sanktionen gegen Russland und die russischen Gegenmaßnahmen Kunden und Geschäftspartner verunsichert. Das habe die Geschäftsentwicklung deutlich belastet.
Sanktionen unterbrechen Geldflüsse
Besonders problematisch ist nach Darstellung des Insolvenzverwalters der fehlende Geldfluss aus der Moskauer Konzernzentrale nach Illertissen. Auch die Gewerkschaft IG BCE bestätigt, dass die gegenseitigen Sanktionen eine verlässliche Finanzierung unmöglich gemacht haben.
Investor gesucht
Trotz der schwierigen Lage sieht Fröhlich Chancen für eine Sanierung. Das Unternehmen beliefert nach eigenen Angaben rund 150 Kunden weltweit. Diese internationale Ausrichtung gilt als wichtige Grundlage für eine mögliche Übernahme durch einen Investor.
- Standort Illertissen mit rund 300 Beschäftigten
- Vertrieb von Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln
- Kunden in etwa 150 Ländern
Standort mit langer Geschichte
Der Standort Illertissen blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits 1860 begann dort die industrielle Produktion. Bekannt wurde das Werk unter anderem durch das Produkt „Kaiser Borax“. In den 1970er Jahren übernahm der US-Konzern Pfizer den Standort. Seit 2014 gehört er zu R-Pharm.
Während der Corona-Pandemie gab es Pläne, in Illertissen den russischen Impfstoff Sputnik zu produzieren. Dieses Vorhaben wurde jedoch nie umgesetzt. dpa/red
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Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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