Tatort zum Mitmachen: LKA entwickelt Forensik-Spiel aus dem Westerwald
- Sie sammeln Spuren am Tatort: Kriminaltechniker - auch Forensiker genannt. (Symbolbild)
- Foto: Kevin Schößler/dpa
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Westerwald. Kriminaltechnik lässt sich bald auch am Bildschirm ausprobieren. Im Westerwald entwickelt die Firma Binary Impact gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Rheinland Pfalz ein Videospiel, das die Spurensuche an Tatorten möglichst realistisch darstellen soll.
Das Spiel trägt den Titel „Forensics Crime Scene Detective“. Spieler übernehmen die Rolle von Kriminaltechnikern und untersuchen virtuelle Tatorte. Beweise werden gesichert, analysiert und anschließend ausgewertet. Je nach Ergebnis folgen neue Hinweise oder zusätzliche Aufträge.
Die Idee entstand laut Geschäftsführer Jens Wiechering während einer früheren Zusammenarbeit mit dem LKA. Bei einer gemeinsamen „Feierabend Pizza“ sei erstmals über ein Forensik-Spiel gesprochen worden. Die Veröffentlichung ist für diesen Sommer geplant.
Fälle orientieren sich an realer Polizeiarbeit
Die Szenarien beruhen auf Erfahrungsberichten von Mitarbeitenden des Landeskriminalamts. Es handelt sich nicht um echte Fälle. Die Geschichten wurden jedoch so gestaltet, dass sie realistisch wirken und sich so ereignen könnten.
Zur Vorbereitung nahm das Entwicklerteam an Workshops beim LKA teil. Dort konnten sie typische Arbeitsabläufe kennenlernen und selbst Methoden ausprobieren. Dazu gehörten etwa das Sichern von Fingerabdrücken oder das Arbeiten mit DNA Spuren.
Vier Methoden aus der Forensik im Spiel
Ein Teil der kriminaltechnischen Arbeit wurde in das Spiel übertragen. Dazu zählen unter anderem
- Fingerabdruck Analyse
- DNA Untersuchung
- digitale Forensik etwa das Auslesen von Speicherkarten
- Ballistik zur Rekonstruktion von Schussbahnen
Nach Angaben des LKA bildet das Spiel allerdings nur einen kleinen Ausschnitt der tatsächlichen Möglichkeiten ab. Die Arbeit in der realen Kriminaltechnik sei deutlich komplexer.
Teamarbeit statt Einzelermittler
Gut dargestellt sei im Spiel laut Sandra Merten, Leiterin des Kriminaltechnischen Instituts des LKA, die Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche. Ein einzelner Gegenstand könne mehrere Spuren liefern. Fingerabdrücke, DNA oder chemische Analysen werden in der Praxis von unterschiedlichen Spezialisten untersucht.
Ein wichtiger Teil komme im Spiel jedoch nur eingeschränkt vor. Die Dokumentation der Spuren sei in echten Ermittlungen entscheidend, da jede Spur vor Gericht nachvollziehbar sein müsse. Im Spiel beschränkt sich dies vor allem auf Fotos.
Auch der Zeitfaktor unterscheidet sich deutlich von der Realität. Die virtuellen Fälle dauern meist 30 bis 60 Minuten. In echten Ermittlungen kann die Auswertung eines Tatorts Tage, Wochen oder sogar Monate dauern.
Polizei will Arbeit verständlicher machen
Das LKA verfolgt mit der Kooperation auch ein Kommunikationsziel. Polizeiarbeit und besonders kriminaltechnische Untersuchungen sollen für die Öffentlichkeit greifbarer werden. Viele Menschen unterschätzen laut Behörde, wie aufwendig Spurensicherung und Analyse tatsächlich sind.
Ein Recruiting Werkzeug soll das Spiel jedoch nicht sein. Im Mittelpunkt steht ein Unterhaltungsprodukt mit realitätsnahen Einblicken in die Arbeit der Forensik. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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