Strategiewechsel bei Mercedes in Stuttgart: Mehr Druck aufs Personal
- Mercedes-Benz will die «Gewinnermentalität» stärken. (Archivbild)
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Stuttgart. Beim Autobauer Mercedes-Benz sollen Mitarbeiter künftig mehr Leistung bringen. Die Unternehmensführung will nach eigenen Angaben die „Gewinnermentalität“ im Konzern stärken und interne Abläufe beschleunigen.
Personal- und IT-Vorständin Britta Seeger sagte der Deutschen Presse-Agentur, im Kern gehe es darum, mehr Potenzial im Unternehmen zu nutzen. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter müsse prüfen, was sich in der eigenen Rolle verbessern lasse. Der Wettbewerb in der Autoindustrie sei intensiver geworden. Gleichzeitig steige das Tempo der Veränderungen deutlich.
Managerin sieht Entscheidungsprozesse als zu langsam
Nach Einschätzung der Managerin arbeitet der Konzern an manchen Stellen noch zu träge. „Wir sind zu langsam, Entscheidungen zu treffen“, sagte Seeger. Deshalb müsse geprüft werden, welche Regeln vereinfacht oder abgeschafft werden können.
Ein Thema sei die Entbürokratisierung im Unternehmen. Schnellere Entscheidungen könnten helfen, im internationalen Wettbewerb besser zu bestehen.
Mehr Nähe der Beschäftigten zu den Fahrzeugen
Auch beim Arbeitsalltag der Beschäftigten sieht die Vorständin Verbesserungsbedarf. Viele Mitarbeiter hätten sich mehr Bezug zu den Produkten gewünscht. „Wir arbeiten bei Mercedes, weil wir Mercedes und unsere Produkte lieben. Aber eigentlich sind wir viel zu wenig am Auto“, erklärte Seeger.
Deshalb werde im Unternehmen darüber diskutiert, wie Beschäftigte neue Modelle häufiger erleben können. Das könne helfen, Motivation und Verständnis für die Produkte zu stärken.
Gewinn nach starken Jahren deutlich gesunken
Der Vorstoß kommt in einer Phase schwächerer Geschäftszahlen. Nach sehr erfolgreichen Jahren nach dem Corona-Schock musste Mercedes zuletzt Rückgänge verkraften.
Im ersten Quartal sank das Konzernergebnis um 17,2 Prozent. Bereits im Jahr davor war der Gewinn stark gefallen. Der Überschuss rutschte von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro. Gründe waren unter anderem Zölle, ungünstige Wechselkurse und stärkerer Wettbewerb in China. Auch Absatz und Umsatz gingen zurück.
Der Konzern reagierte mit einem Programm zur Leistungssteigerung mit dem Namen „Next Level Performance“. Die stärkere „Gewinnermentalität“ der Belegschaft gilt dabei als zentraler Bestandteil der Strategie. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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