Stellenabbau bei Dürr nahe Stuttgart: 200 Jobs fallen weg
- Bei einer Dürr-Tochter fallen 500 Stellen weg. (Archivbild)
- Foto: Marijan Murat/dpa
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Bietigheim-Bissingen. Bei der Dürr-Tochter BBS Automation fallen in Deutschland rund 200 Arbeitsplätze weg. Der Maschinen- und Anlagenbauer aus Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart will weltweit insgesamt etwa 500 Stellen streichen.
Der Abbau soll in diesem und im kommenden Jahr erfolgen. Betriebsbedingte Kündigungen will das Unternehmen nach eigenen Angaben möglichst vermeiden. Ausgeschlossen sind sie aber nicht. Gespräche mit Arbeitnehmervertretern sollen bald beginnen.
Was hinter dem Stellenabbau steckt
Dürr begründet den Einschnitt bei BBS Automation mit der schwachen Konjunktur und sinkenden Bestellungen der Autohersteller. Nach Unternehmensangaben investieren viele Hersteller trotz der anziehenden Nachfrage nach E-Autos derzeit nur zurückhaltend in neue Produktionssysteme. Bestehende Linien müssten zunächst besser ausgelastet werden.
Mit einem Effizienzprogramm sollen Wettbewerbsfähigkeit und Ertragskraft der Tochter gestärkt werden. Ziel ist eine jährliche Einsparung von rund 30 Millionen Euro. Für den Umbau sind für 2026 Kosten von 40 bis 50 Millionen Euro eingeplant.
Wachstumsziel für Tochter sinkt
Dürr hatte BBS Automation aus Garching bei München Mitte 2023 übernommen. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 2.300 Menschen. Ein Teil des Geschäfts entfällt auf Produktionsanlagen für die Autoindustrie, besonders für E-Autos. Hinzu kommen Anlagen zur Herstellung von Medizinprodukten wie Spritzen.
Wegen der schwächeren Nachfrage nimmt Dürr auch die Wachstumsziele für die Tochter zurück. Statt eines Umsatzes von 800 Millionen Euro werden ab 2030 nur noch mehr als 600 Millionen Euro angepeilt.
Jahresprognose bleibt bestehen
Trotz der Probleme bei BBS Automation hält Dürr an seiner Jahresprognose fest. Die schwächere Entwicklung der Tochter soll laut Unternehmen durch andere Bereiche ausgeglichen werden.
Von April bis Juni stieg der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von rund 807 auf 914 Millionen Euro. Der Umsatz sank um rund zwei Prozent auf 981 Millionen Euro. Die bereinigte operative Marge legte leicht auf 4,3 Prozent zu. Rückenwind kam vor allem aus der Division Automotive mit größeren Aufträgen für Lackieranlagen aus Brasilien und Indien. Den vollständigen Halbjahresbericht will Dürr am Mittwoch, 6. August, vorlegen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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