Steigende Transportkosten: So trifft der Iran-Krieg die Firmen
- Am deutlichsten spüren Unternehmen aktuell die steigenden Fracht- und Transportkosten. (Archivbild)
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Stuttgart. Höhere Transportpreise und wachsende Unsicherheit treffen zunehmend Unternehmen im Südwesten. Nach einer Umfrage der Industrie und Handelskammern sehen sich 85 Prozent der Betriebe in Baden Württemberg durch den Krieg gegen den Iran wirtschaftlich beeinträchtigt.
An der Erhebung beteiligten sich zwischen Montag, 13. April, und Mittwoch, 15. April, insgesamt 372 Unternehmen aus dem Land. Besonders stark schlagen steigende Fracht und Transportkosten zu Buche. Mehr als 60 Prozent der Firmen berichten von Belastungen. In der Industrie sind es 75 Prozent, im Handel sogar 78 Prozent.
Ein Beispiel nennt die IHK Region Stuttgart. Der Transport eines 20 Fuß Containers von China nach Deutschland kostet derzeit rund 2100 Euro. Vor Beginn des Konflikts lagen die Kosten noch bei etwa 1800 Euro. Die wichtigste Handelsroute zwischen China und Europa führt zwar nicht durch die Straße von Hormus. Die Spannungen in der Region treiben jedoch Energiepreise nach oben und verknappen Transportkapazitäten.
Lieferketten bisher nur teilweise betroffen
Geopolitische Krisen wirken nach Einschätzung des Baden Württembergischen Industrie und Handelskammertags direkt auf Lieferketten und Kostenstrukturen. Für eine exportorientierte Wirtschaft wie Baden Württemberg seien stabile Handelswege besonders wichtig, erklärte BWIHK Vizepräsident Claus Paal.
Lieferengpässe bleiben bislang begrenzt. In der Industrie melden 43 Prozent der befragten Unternehmen Einschränkungen. Gleichzeitig beobachten 46 Prozent steigende Einkaufspreise. Viele Betriebe können diese Mehrkosten nur schwer an Kunden weitergeben.
Unternehmen reagieren mit Vorsicht
Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung im Nahen Osten prägt laut Umfrage das wirtschaftliche Handeln vieler Firmen. Unternehmen reagieren unter anderem mit:
- Aufbau zusätzlicher Lagerbestände
- intensiverem Risikomanagement
- verschobenen Investitionen und Projekten
34 Prozent der Industrieunternehmen bauen vorsorglich ihre Lager auf. 63 Prozent verstärken ihr Risikomanagement. Gleichzeitig stellen 35 Prozent geplante Investitionen zunächst zurück. "Die Unternehmen fahren auf Sicht", erklärte Paal. Sollte sich die Lage weiter zuspitzen, drohten zusätzliche Belastungen für Produktion, Preise und Beschäftigung.
Der Krieg hatte am Freitag, 28. Februar, begonnen. Die USA und Israel griffen den Iran an. Der Iran reagierte mit Raketenangriffen auf Ziele in Israel und in der Golfregion. Für die bundesweite Umfrage wurden rund 2400 Betriebe befragt. Der BWIHK vertritt nach eigenen Angaben mehr als 650.000 Unternehmen im Land. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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