Steigende Spritpreise am Rhein: NRW und Hessen besonders teuer
- Das Niedrigwasser am Rhein macht sich auch an den Tankstellen bemerkbar.
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Rhein. Tanken wird in Teilen Westdeutschlands teurer, weil das extreme Niedrigwasser am Rhein den Transport von Benzin und Diesel erschwert. Nach Einschätzung des ADAC wirkt das derzeitige Niedrigwasser preistreibend. Der Branchenverband en2x hält zudem vorübergehende und regional begrenzte Engpässe für möglich.
Der Rhein ist ein wichtiger Transportweg für Öl, Benzin und Diesel. Nach Angaben des ADAC steigen durch die niedrigen Pegelstände die Logistikkosten für Kraftstoffe und einzelne Vorprodukte teils deutlich. Gleichzeitig betont der Club, dass der deutsche Markt nicht nur über den Rhein versorgt wird. Auch Seehäfen, Raffinerien, Pipelines sowie Schiene und Straße spielen eine Rolle. Deshalb dürften sich die Folgen vor allem regional bemerkbar machen.
Regionale Unterschiede an den Tankstellen
Besonders hoch sind die Preise nach Daten des Portals „Tankerkönig“ derzeit in Nordrhein-Westfalen und Hessen. Bei Benzin liegen beide Länder an der Spitze. Auch bei Diesel zählen sie zu den teuersten Regionen. Auffällig ist laut den Daten, dass sich teure Kreise vor allem in der westlichen Hälfte Deutschlands ballen, während Kraftstoff in Bayern vielerorts günstiger ist. Die Unterschiede liegen demnach bei mehreren Cent pro Liter.
Historisches Niedrigwasser in Köln
In Köln wurde am Dienstag, 11. August, am Rheinpegel ein historischer Tiefstwert gemessen. Nach Prognosen sollen die Wasserstände bis Freitag, 14. August, in Köln, Düsseldorf, Emmerich und Duisburg-Ruhrort weiter deutlich sinken. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein erwartet in der kommenden Woche zwar einen leichten Anstieg. Eine Entspannung ist damit nach Behördenangaben aber noch nicht verbunden.
Warum das Niedrigwasser die Preise erhöht
Für die Logistik ist die Lage schwierig. Nach Angaben von en2x können Binnenschiffe wegen der niedrigen Pegel nur mit deutlich weniger Ladung fahren, teils nur mit einem Viertel der üblichen Menge. Manche Schiffe mussten den Betrieb vorübergehend einstellen. Transporte werden deshalb nach Möglichkeit auf Züge und Lastwagen verlagert. Doch auch dort sind die Kapazitäten begrenzt. Das erhöht die Kosten entlang der Lieferkette.
Hinzu kommt, dass die Verlagerung auf die Schiene derzeit zusätzlich erschwert ist. Grund ist die Generalsanierung der Bahnstrecke auf der rechten Rheinseite zwischen Köln und dem Rhein-Main-Gebiet. Dadurch stehen vorerst nur eingeschränkte Kapazitäten zur Verfügung.
Engpässe derzeit nicht flächendeckend
Nach Angaben des Branchenverbands läuft der Tankstellenbetrieb bislang auch im gesamten Rheingebiet normal. Sollte das Niedrigwasser aber weiter anhalten und zusätzlich die Bahn oder andere Teile der Transportlogistik ausfallen, steigt nach Einschätzung von en2x die Wahrscheinlichkeit regional beschränkter Versorgungsengpässe.
Mehrere Bundesländer haben deshalb das Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen vorübergehend gelockert, darunter Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Hessen. Das soll wichtige Lieferungen erleichtern. Der Logistikverband BGL weist allerdings darauf hin, dass dadurch keine zusätzlichen Fahrerkapazitäten entstehen.
Nach Einschätzung des Bundesverkehrsministeriums dürfte die Niedrigwasserlage die Binnenschifffahrt noch den gesamten August belasten. Für Autofahrer bedeutet das vor allem eines: Je nach Region kann Tanken vorerst einige Cent mehr kosten. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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