Steiff-Übernahme: Ravensburger sichert Jobs in Ravensburg vorerst
- Für die Ravensburger-Beschäftigten soll sich durch die Übernahme vorerst nichts ändern. (Archivbild)
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Ravensburg. Beschäftigte müssen vorerst keine Veränderungen befürchten. Nach dem Einstieg beim Plüschtierhersteller Steiff hat Ravensburger klargestellt, dass für die Belegschaft zunächst alles beim Alten bleibt.
Der Spielekonzern aus Oberschwaben beteiligt sich mit 60 Prozent an Steiff. Vorstandschef Clemens Maier schrieb in einem Intranetbeitrag an die Beschäftigten, dass aktuell keine Änderungen bei Strukturen oder Aufgaben geplant seien. Auch zusätzliche Arbeitsbelastung sei durch die Beteiligung nicht vorgesehen.
Steiff soll weiterhin eigenständig am Firmensitz in Giengen an der Brenz geführt werden. Für Ravensburger ist der Schritt Teil einer strategischen Neuausrichtung.
Ravensburger sieht Ertragsproblem
Intern beschrieb Maier die wirtschaftliche Lage kritischer als bislang öffentlich bekannt. Das Unternehmen habe kein Liquiditätsproblem. „Wir haben genügend finanzielle Mittel und Rücklagen. Wir verdienen mit unserem Geschäft aber operativ zu wenig Geld.“
Ein laufendes Restrukturierungsprogramm soll das Unternehmen wieder dauerhaft profitabler machen. Laut Maier verfolgt Ravensburger dabei drei zentrale Ziele:
- Verbesserung der Kostenstruktur
- Geschäft besser skalierbar machen
- Wachstum stärken
Die Beteiligung an Steiff soll vor allem das Wachstum und damit die Umsatzbasis stärken. Ravensburger investiere bewusst in ein profitables Traditionsunternehmen mit international bekannter Marke.
Umsatz nach Lorcana-Hype gesunken
Zuletzt meldete Ravensburger einen Umsatzrückgang. Nach einem Rekordwert von 790 Millionen Euro im Jahr 2024 lag der Umsatz 2025 bei 742 Millionen Euro. Hauptgrund war das Abflauen des Hypes um das Sammelkartenspiel „Disney Lorcana“.
Das Kerngeschäft mit Spielen, Puzzles und Büchern entwickelte sich zwar positiv. Es konnte den Rückgang jedoch nicht vollständig ausgleichen. Gleichzeitig berichtete der Konzern von steigenden Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Im Zuge der Neuaufstellung plant Ravensburger auch einen Stellenabbau im unteren zweistelligen Bereich. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 2500 Menschen. Die wichtigsten Standorte sind Ravensburg und ein Werk in Tschechien.
Zwei Traditionsmarken der Spielzeugbranche
Ravensburger gehört zu den bekanntesten Spieleherstellern Deutschlands. Klassiker wie „Memory“, „Das verrückte Labyrinth“ und „Scotland Yard“ stammen aus dem Verlag. Auch das Lernsystem „Tiptoi“ und die Kugelbahn „GraviTrax“ sind international erfolgreich.
Steiff gilt als Erfinder des Teddybären. Die Plüschtiere mit dem berühmten „Knopf im Ohr“ stehen seit dem 19. Jahrhundert für hochwertige Stofftiere.
Mit dem Verkauf von Anteilen will die Steiff Beteiligungsgesellschaft nach eigenen Angaben die langfristige Zukunft des Unternehmens sichern und die internationale Entwicklung stärken. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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