Schließungsdebatte in Neckarsulm: OB fordert Klarheit

Neckarsulms Oberbürgermeister Hertwig erklärte, eine Schließung hätte massivste Auswirkungen auf die Stadt und die Region. (Archivbild) | Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Neckarsulm. Für Beschäftigte, Zulieferer und viele Betriebe in der Region steht viel auf dem Spiel: In Neckarsulm fordert Oberbürgermeister Steffen Hertwig vom Volkswagen-Konzern rasch Klarheit über die Zukunft des Audi-Standorts.

Der SPD-Politiker teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, es müsse offen dargelegt werden, welche Überlegungen es gebe, welche Alternativen geprüft würden und welche Rolle der Standort künftig im Konzern spielen könne. Die Stadt werde alle Hebel in Bewegung setzen, um das Werk zu erhalten und dabei zu unterstützen, es zukunftsfest zu machen.

Große Bedeutung für die Region

Nach Worten Hertwigs hätte eine mögliche Schließung massive Folgen für Neckarsulm und die Region. Betroffen wären demnach nicht nur die Beschäftigten und ihre Familien, sondern auch Zulieferer, Dienstleister, Handwerker und viele weitere Bereiche.

In Wolfsburg hatte der Aufsichtsrat von Volkswagen am Donnerstag, 10. Juli, über mögliche neue Sparpläne beraten. Beschlüsse gab es zunächst nicht. Nach Berichten des „Manager Magazin“ könnten weltweit bis zu 100.000 Stellen wegfallen. Die „Bild“ schrieb sogar von 120.000. Den Berichten zufolge könnten in Deutschland vier Werke des VW-Konzerns zur Disposition stehen: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm.

Audi ist einer der größten Arbeitgeber

Nach Angaben der Kommune steht Hertwig im Austausch mit Audi-Chef Gernot Döllner. Zudem soll es in wenigen Tagen ein Gespräch mit dem VW-Aufsichtsrat und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies geben.

Am Donnerstag, 10. Juli, hatten mehrere hundert Menschen vor dem Werk in Neckarsulm gegen eine mögliche Schließung protestiert. Dazu aufgerufen hatte die IG Metall. Auch Hertwig nahm teil. Besonders belastend sei aus seiner Sicht, dass es weiterhin keine klare Aussage von Aufsichtsrat und Vorstand dazu gebe, wie die Planungen für Neckarsulm aussähen.

Audi beschäftigt nach Angaben eines Sprechers der Kommune 15.515 Menschen in der Region und ist damit einer der größten Arbeitgeber in Heilbronn Franken. Größer ist demnach nur die Schwarz Gruppe mit Lidl und Kaufland, die in der Region auf 23.105 Beschäftigte kommt. In Neckarsulm hat außerdem der IT-Dienstleister Bechtle seinen Sitz. dpa/red

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Cornelia Bauer aus Speyer

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