Rodungsprämie in Baden-Württemberg: 2.500 Euro pro Hektar für Winzer
- Winzer können Weinberge künftig roden und bekommen dafür eine Prämie. (Archivbild)
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Sasbachwalden. Winzer in Baden-Württemberg können künftig Rebflächen roden und für eine befristete Stilllegung eine Prämie erhalten. Das Land will Betrieben damit Luft verschaffen, wenn sich Weinberge wirtschaftlich nicht mehr tragen.
Agrarministerin Marion Gentges (CDU) teilte in Sasbachwalden im Ortenaukreis mit, gerodete Rebflächen könnten vorübergehend aus der Bewirtschaftung genommen werden. Die Betriebe bekämen dadurch Zeit, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken. Mit der sogenannten Rotationsbrache schaffe das Land ab dem kommenden Jahr eine weitere Möglichkeit, auf den Strukturwandel im Weinbau zu reagieren.
Wie hoch die Prämie ausfällt
Für gerodete Flächen, auf denen befristet Blumen statt Rebstöcke wachsen, sind 2.500 Euro je Hektar vorgesehen. Geld gibt es für höchstens drei Hektar pro Betrieb. Nach Angaben des Ministeriums können die Böden während der Pause regenerieren. Zudem sollen offene Flächen Artenvielfalt und Landschaftsbild stärken.
Warum viele Betriebe unter Druck stehen
Viele Winzer kämpfen mit steigenden Kosten und sinkendem Absatz. Europaweit wird weniger Wein getrunken. Auch die bewirtschaftete Rebfläche geht zurück. Im vergangenen Jahr sank sie in Baden-Württemberg um drei Prozent auf 25.822 Hektar, wie das Statistische Landesamt in Fellbach mitteilte.
Oft würden Weinberge nicht mehr bewirtschaftet, weil sich der Anbau finanziell nicht mehr lohne. Gentges betonte, der Strukturwandel im Weinbau sei für Baden-Württemberg bedeutend. Zugleich wolle das Land regional prägende Steillagen langfristig erhalten und stärker fördern.
Der Präsident des Badischen Weinbauverbandes, Rainer Zeller, forderte verlässliche Rahmenbedingungen und mehr Spielräume für die Betriebe. „Um auch in Zukunft erfolgreich wirtschaften zu können, brauchen wir die Unterstützung der Politik – insbesondere dann, wenn es darum geht, unseren Unternehmen wieder die notwendige unternehmerische Freiheit zu geben", sagte Zeller.
Trockenheit drückt die Ernte
Die Weinlese hatte in vielen Regionen in diesem Jahr ungewöhnlich früh begonnen. Wegen der anhaltenden Trockenheit wuchsen die Beeren langsamer. Das Agrarministerium rechnet deshalb insgesamt mit unterdurchschnittlichen Erträgen.
In Baden war im vergangenen Jahr der Blaue Spätburgunder die häufigste rote Rebsorte. Bei den weißen Sorten lagen Ruländer und Müller-Thurgau vorn. In Württemberg dominierten weiter rote Sorten wie Trollinger und Lemberger. Die wichtigste weiße Rebsorte dort war Riesling. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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