Rheinland-Pfalz setzt auf Games: Warum Videospiele für Schulen wichtig werden
- Wirtschaftsminister Michael Ebling hebt das Potenzial von Games für Demokratiebildung und Kreativität hervor. (Archivbild)
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Rheinland-Pfalz. Games können für Schüler, Berufseinsteiger und Unternehmen im Land wichtiger werden: Wirtschaftsminister Michael Ebling sieht in der Branche nicht nur Unterhaltung, sondern auch Chancen für Bildung, Kreativität und Arbeitsplätze.
Rheinland-pfälzische Unternehmen seien auf der Gamescom in Köln deutlich sichtbar, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Das Land sei bereits früh auf der weltgrößten Messe für Video- und Computerspiele präsent gewesen. Auch in diesem Jahr treten Firmen aus Rheinland-Pfalz mit einer Gemeinschaftspräsentation von GameUp! Rheinland-Pfalz auf.
Nach Angaben Eblings verfügt Rheinland-Pfalz über bekannte Firmensitze. Dazu zählen Ubisoft und Kalypso Media. Daneben gebe es eine Reihe kleinerer Unternehmen, die zunehmend wichtiger würden. Aktuell entwickeln und veröffentlichen im Land 31 Unternehmen Games oder bieten Games-spezifische Dienstleistungen an. Insgesamt beschäftigen sie 461 Menschen.
Warum Games auch für Ausbildung und Schule wichtig werden
Ein wachsendes Thema ist nach Einschätzung des Ministers die Simulation. Als Beispiel nannte Ebling das Spiel „Forensics: Crime Scene Detective“. Es wurde von Binary Impact aus Niederelbert in Kooperation mit dem Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz entwickelt.
Das Spiel habe bereits Nachfragen zu beruflichen Perspektiven ausgelöst. Ebling sprach von einem Beispiel für Cross-Innovation. Gemeint ist die Verbindung verschiedener Bereiche, etwa Games, Ausbildung und praktische Berufsbilder.
Demokratiebildung in digitalen Welten
Ebling sieht Games auch an der Schnittstelle zu Kunst, Kultur, Kreativität und Wertevermittlung. Dazu gehörten Inhalte, die Demokratie stärken können. Als Beispiel nannte er die Vermittlung von historischem Wissen über die Weimarer Republik und über kritische Phasen dieser Zeit im Zusammenhang mit der Serie „Babylon Berlin“.
Auch Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig sieht Chancen für Kinder und Jugendliche. „Wer starke und zeitgemäße Medienbildung will, der kommt an guten Games nicht mehr vorbei“, sagte die CDU-Politikerin.
Sie verwies darauf, dass jeder zweite Deutsche regelmäßig am Computer spiele. Der durchschnittliche Gamer sei 38 Jahre alt und längst nicht immer männlich. Für viele Kinder und Jugendliche seien Games der erste Ort, an dem sie digitale Welten selbst gestalten und nicht nur konsumieren. Dieses Interesse wolle man für das Lernen nutzen.
Informatik wird an Schulen ausgebaut
Die Games-Branche sei in Rheinland-Pfalz inzwischen auch ein wichtiger Arbeitgeber, sagte Eiling-Hütig. Dafür würden gut ausgebildete Nachwuchskräfte gebraucht. Diesem Bedarf solle auch die Schule stärker gerecht werden.
Rheinland-Pfalz führt Informatik schrittweise als Pflichtfach ein. In diesem Schuljahr sind nach Angaben der Ministerin 58 Pilotschulen beteiligt. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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