Rekord-Investitionen: EnBW trotz Gewinneinbruch optimistisch

Die EnBW stellt die Bilanz für das Jahr 2025 vor. | Foto: dpa
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Energieversorger. Trotz eines massiven Gewinneinbruchs hält der Energieversorger EnBW an einem hohen Investitionskurs fest. Für Kundinnen und Kunden bedeutet das vorerst stabile Preise und einen weiteren Ausbau der Energieinfrastruktur.

Konzernchef Georg Stamatelopoulos sagte am Mittwoch, 25. März, in Stuttgart, EnBW investiere bewusst mehr Geld, als aktuell verdient werde. Ziel sei es, im Zuge der Energiewende wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig betonte der Vorstandschef, dass kein Spielraum für Ineffizienz bestehe. Kostenkontrolle und Zurückhaltung beim Personalaufbau seien zentrale Vorgaben.

Mit Blick auf geopolitische Spannungen und die Energiekrise erklärte Stamatelopoulos, Deutschland sei weiterhin auf fossile Energieträger angewiesen. EnBW sichere deren Beschaffung langfristig ab. Kurzfristige Preisschwankungen an den Märkten wirkten sich daher nicht unmittelbar auf Endkundinnen und Endkunden aus. Nach aktuellem Stand seien im laufenden Jahr keine Preiserhöhungen geplant.

Milliarden-Abschreibung belastet Konzerngewinn

Der Konzernüberschuss von EnBW ist deutlich gesunken. Nach 1,8 Milliarden Euro im Jahr zuvor lag der Gewinn 2025 nur noch bei gut 450 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von rund 75 Prozent.

Finanzvorstand Thomas Kusterer nannte ein schwächeres Finanzergebnis als Hauptursache. Ausschlaggebend sei vor allem eine niedrigere Marktbewertung von Wertpapieren gewesen. Zusätzlich belastete der Ausstieg aus den britischen Offshore-Windprojekten „Morgan“ und „Mona“ das Ergebnis. EnBW nahm dafür eine Abschreibung von 1,2 Milliarden Euro vor. Gestiegene Kosten und veränderte Rahmenbedingungen machten die Projekte nach Angaben des Konzerns unwirtschaftlich.

Rekordausgaben für Netze und erneuerbare Energien

Ungeachtet dessen sprach der Vorstand von einem erfolgreichen Geschäftsjahr. EnBW investierte 7,6 Milliarden Euro und damit so viel wie nie zuvor. Das waren 22 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Mittel flossen unter anderem in folgende Bereiche

  • Ausbau der Strom- und Gasnetze
  • Windparks an Land und auf See
  • Solaranlagen
  • wasserstofffähige Gaskraftwerke
  • Elektromobilität

Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag bei 5,1 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 3,4 Prozent.

Zwei Drittel der Erzeugung aus erneuerbaren Quellen

Bei Wind- und Solarenergie verzeichnete EnBW einen Rekordzubau. Rund 800 Megawatt neue Leistung kamen hinzu. Erneuerbare Energien machen damit 66 Prozent der eigenen Stromerzeugung aus. Bis 2030 soll der Anteil auf bis zu 80 Prozent steigen.

EnBW versorgt rund 5,5 Millionen Kundinnen und Kunden und beschäftigt etwa 31.500 Menschen. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern ein leicht rückläufiges bereinigtes Ergebnis. Gründe sind geringere Margen bei Steinkohle sowie der Verkauf des letzten Braunkohlekraftwerks in Lippendorf.

Stamatelopoulos forderte zugleich politische Reformen, insbesondere beim Netzausbau und bei den Netzentgelten. Die Energiewende befinde sich in einer neuen Phase. Entscheidend sei nun eine zügige Umsetzung der geplanten Maßnahmen. dpa/red

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Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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