Proteste in Stuttgart: Autokorso gegen Sparkurs der Autobauer
- Protest gegen Sparpläne bei Mercedes-Benz in Sindelfingen. (Archivbild)
- Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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Stuttgart. Für Beschäftigte der Autoindustrie in Baden-Württemberg steht am Donnerstag, 9. Juli, ein Protesttag gegen Sparpläne und Sozialabbau an. In Stuttgart wollen Mitarbeiter von Mercedes-Benz und Porsche mit einem Autokorso auf Kürzungen und geplante Einschnitte bei Arbeitsbedingungen aufmerksam machen.
Nach Angaben der IG Metall sind für den Korso durch die baden-württembergische Landeshauptstadt 250 Fahrzeuge angemeldet. Die Aktion steht unter dem Motto „Jetzt zählt's! Vorfahrt für Solidarität“. Die Gewerkschaft richtet den Protest nach eigenen Angaben gegen Reformpläne der Bundesregierung bei Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung sowie gegen Einschnitte der Arbeitgeber in der Autoindustrie.
Proteste auch in Neckarsulm und an VW-Standorten
Auch bei Audi in Neckarsulm ist für Donnerstag eine Kundgebung mit mehr als 500 Teilnehmern geplant. Aufgerufen sind nach Angaben der IG Metall unter anderem Betriebsräte und Vertrauensleute.
Zeitgleich berät der Volkswagen-Aufsichtsrat über neue Sparpläne des Vorstands. IG Metall und Betriebsrat halten mit einem bundesweiten Aktionstag an allen Konzernstandorten dagegen. Konzernchef Oliver Blume hatte bereits im Frühjahr angekündigt, das „Zielbild 2030“ zu überarbeiten und den Sparkurs zu verschärfen. Das „Manager Magazin“ berichtete zuletzt, dass weltweit bis zu 100.000 Stellen wegfallen könnten.
Mercedes verschiebt Sonderzahlung für viele Beschäftigte
Bei Mercedes-Benz hatte der Vorstand die Beschäftigten in Deutschland laut IG Metall darüber informiert, dass die Kosten weiter sinken müssten. Als Sofortmaßnahme erhalten demnach rund 90.000 von 108.000 Beschäftigten in Deutschland eine tarifliche Sonderzahlung nicht wie erwartet im Juli. Die Zahlung soll stattdessen auf das kommende Jahr verschoben werden.
Zudem will das Management in den kommenden Wochen mit dem Betriebsrat über eine Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich sprechen. Die IG Metall kritisiert das scharf. Bezirksleiterin Barbara Resch erklärte, die Beschäftigten seien „nicht das Sparschwein der Autoindustrie“. Zukunft entstehe durch Investitionen in Standorte und Menschen und nicht durch Angriffe auf Tarifstandards und den Standort Deutschland. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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