Protest bei Mercedes in Stuttgart: IG Metall ruft zu Demos auf
- IG Metall ruft zu Protest bei Sparkurs bei Mercedes-Benz auf. (Archivbild)
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Stuttgart. Für viele Mercedes-Beschäftigte in Baden-Württemberg geht es um Geld und Arbeitszeit: In Stuttgart ruft die IG Metall für Freitag, 3. Juli zu Protesten gegen den verschärften Sparkurs des Autobauers auf.
Geplant sind Kundgebungen an den Standorten Sindelfingen und Untertürkheim. Zusätzlich ist eine nicht öffentliche digitale Kundgebung vorgesehen. Nach Angaben der Gewerkschaft richten sich die Maßnahmen des Konzerns einseitig gegen die Beschäftigten und stellten zentrale tarifliche Errungenschaften infrage.
Vorstand verschärft Sparkurs
In einem Schreiben an die Beschäftigten in Deutschland hatte der Vorstand Ende vergangener Woche angekündigt, die Kosten weiter mit Hochdruck senken zu wollen. Ziel sei es, bei den Produktpreisen wettbewerbsfähig zu bleiben. Wörtlich hieß es, die Situation in Deutschland sei „dramatisch“.
Als Sofortmaßnahme erhalten nach Unternehmensangaben rund 90.000 der etwa 108.000 Beschäftigten in Deutschland im Juli nicht wie erwartet eine tarifliche Sonderzahlung. Diese Zahlung, der jährliche „Transformationsbaustein“, soll auf das kommende Jahr verschoben werden. Laut IG Metall beträgt sie 18,4 Prozent des regelmäßigen individuellen Monatsentgelts.
Mehr Arbeit für das gleiche Geld im Gespräch
Der Vorstand kündigte zudem an, Prozesse radikal zu beschleunigen und Strukturen zu verschlanken. Die Arbeitsstunde müsse günstiger werden. Als direkten Weg nannte das Management, in allen Bereichen „für das gleiche Geld mehr arbeiten“ zu wollen. Darüber solle in den kommenden Wochen und Monaten mit der Arbeitnehmervertretung gesprochen werden.
Belastung durch Gewinneinbruch und China-Geschäft
Mercedes kämpft seit längerer Zeit mit Rückschlägen. Im ersten Quartal sank das Konzernergebnis um 17,2 Prozent. Im Jahr 2025 war der Gewinn von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro gefallen. Als Belastungen nannte das Unternehmen Zölle, negative Wechselkurseffekte und den intensiven Wettbewerb in China. Auch Absatz und Umsatz gingen zurück.
Das Sparprogramm läuft bereits seit mehr als einem Jahr. Mercedes spricht dabei von einem Programm zur Leistungssteigerung mit dem Namen „Next Level Performance“. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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