Offshore-Krise: Baden-Württemberg fordert neue Regeln
- Der Ausbau von Windparks auf See stockt.
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Baden-Württemberg. Für Arbeitsplätze und Aufträge in der Offshore-Windbranche wächst die Unsicherheit: Das Land fordert gemeinsam mit sieben weiteren Bundesländern Nachbesserungen bei der geplanten Reform des Windenergie-auf-See-Gesetzes.
Die Regierungschefinnen und Regierungschefs aus Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, dem Saarland und Schleswig-Holstein warnen in einem Brief an Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche vor industriepolitischen Folgen. Ein „Fadenriss“ beim Ausbau der Windenergie auf See könne für Deutschland zum Risiko werden.
Projekte stehen unter Druck
Windparks in Nord- und Ostsee sind ein wichtiger Baustein der Energiewende. Das Interesse an Ausschreibungen für neue Flächen ist jedoch deutlich gesunken. Branchenvertreter verweisen auf höhere Finanzierungs-, Lieferketten- und Projektkosten sowie auf unsichere Einnahmen.
Zugleich stehen einzelne Projekte auf der Kippe. Konzerne erwägen nach Berichten, bereits erworbene Konzessionen gegen Entschädigung zurückzugeben. TotalEnergies hatte eine solche Möglichkeit im Juni mit Verzögerungen beim Netzanschluss begründet.
Länder verlangen Rückgaberecht
Die Länder sehen bei der Gesetzesnovelle dringenden Handlungsbedarf. Nicht realisierbare Vorhaben sollen Flächen und Netzkapazitäten nicht dauerhaft blockieren. Sie fordern deshalb eine einmalige, klar geregelte und rechtssichere Rückgabemöglichkeit für wirtschaftlich gefährdete Projekte. Die Flächen sollen danach zeitnah neu ausgeschrieben werden.
- Projekte, die wirtschaftlich nicht tragfähig sind, sollen einmalig zurückgegeben werden können.
- Freigewordene Flächen und Netzkapazitäten sollen schnell erneut vergeben werden.
- Die Reform soll Investitionen und die industrielle Wertschöpfung absichern.
Sorge um Beschäftigung
Nach Angaben der Länder könnten bei weiter stockendem Ausbau in den kommenden vier Jahren rund 23.000 von etwa 49.000 Arbeitsplätzen in der Offshore-Windindustrie wegfallen. Der mögliche Umsatzausfall wird auf rund 24 Milliarden Euro beziffert. Betroffen wären Zulieferer, Häfen und Dienstleister. Der Bundesverband Windenergie Offshore beziffert das gefährdete Auftragsvolumen auf rund 3,5 Milliarden Euro je fehlendem Gigawatt Offshore-Windenergie. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |