Neue Taskforce in Baden-Württemberg: Netzausbau beschleunigen
- Für den Netzausbau müssen aus Sicht der Beteiligten zahlreiche neue Umspannwerke gebaut werden. (Archivbild)
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Baden-Württemberg. Für Unternehmen und neue Projekte sollen Stromanschlüsse schneller verfügbar werden: In Baden-Württemberg soll eine neue Taskforce Engpässe im Stromverteilnetz abbauen und den Netzausbau beschleunigen.
Ministerpräsident Cem Özdemir will die Dauer der Verfahren mindestens halbieren. Derzeit kann der Netzausbau bis zu zehn Jahre dauern. Nach dem Ziel der Landesregierung sollen es künftig höchstens fünf Jahre sein.
Besonders in Mittelbaden stoßen die vorhandenen Netze laut Özdemir bereits an Belastungsgrenzen. Für Betriebe kann das bedeuten, dass Ansiedlungen oder Erweiterungen scheitern, weil ein benötigter Stromanschluss fehlt.
Vorbild ist die Windkraft-Taskforce
Die neue Runde ist im Koalitionsvertrag von Grünen und CDU vereinbart und soll zwei Jahre arbeiten. Nach einem Jahr will das Land den Stand überprüfen. Als Vorbild dient die Taskforce zum Windkraftausbau aus dem Jahr 2021, die Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen sollte.
Digitalisierung und neue Umspannwerke im Blick
Nach Angaben von Umweltministerin Thekla Walker befasst sich die Taskforce vor allem mit diesen Punkten:
- digitalen Verfahren und einer besseren Nutzung bestehender Infrastruktur
- der Priorisierung von Projekten und besonders belasteten Regionen
- schnelleren Genehmigungen und Flächen für neue Umspannwerke
Beteiligt sind Ministerien, Behörden, Netzbetreiber, Unternehmen, Speicherbetreiber und Kommunen. Die Vorschläge sollen nach Walkers Plänen in ein Gesetz einfließen, das Baugenehmigungen und weitere Verfahren beschleunigt.
Viele Milliarden Euro werden benötigt
Baden-Württemberg verfügt nach Angaben des Verbands für Energie- und Wasserwirtschaft über mehr als 220.000 Kilometer Stromnetz. Dennoch seien zahlreiche neue Umspannwerke und Trafostationen nötig. Der Druck wächst durch Wärmepumpen, Elektromobilität, industrielle Elektrifizierung, Batteriespeicher, Rechenzentren sowie neue Wind- und Solaranlagen. Der Verband rechnet mit Investitionen von vielen Milliarden Euro. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |