Neue Bauhilfen in Baden-Württemberg: Lob von Bausparkassen-Chef
- Mike Kammann erklärt, wie er den Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung in Baden-Württemberg einordnet.
- Foto: Katharina Kausche/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Baden-Württemberg. Wer ein Eigenheim bauen oder kaufen will, könnte künftig stärker unterstützt werden. In Baden-Württemberg sieht die Baufinanzierungsbranche im neuen Koalitionsvertrag von Grünen und CDU erste Impulse für mehr Wohnungsbau.
Mike Kammann, Vorstandschef der Bausparkasse Schwäbisch Hall, zeigte sich nach der Lektüre des Koalitionspapiers positiv überrascht. Die neue Landesregierung habe nicht nur Mieter im Blick, sondern auch Menschen, die Wohneigentum besitzen oder erwerben wollen.
Nach Einschätzung des Branchenvertreters sind vor allem Maßnahmen zur Senkung der Baunebenkosten wichtig. Dazu zählt etwa die Idee, Darlehenszinsen für Eigenheime steuerlich abzugsfähig zu machen.
Erstattung der Grunderwerbsteuer geplant
Ein zentraler Punkt im Koalitionsvertrag betrifft die Grunderwerbsteuer. Familien könnten diese künftig zurückbekommen, wenn sie erstmals ein eigenes Haus kaufen.
Wie genau das Modell umgesetzt wird, ist noch offen. Die Landesregierung orientiert sich an einem Förderprogramm aus Hessen. Dort erhalten Käufer bis zu 10.000 Euro pro Person zurück. Die Auszahlung erfolgt in mehreren Raten und höchstens bis zur tatsächlich gezahlten Steuer.
Kammann bewertet diese Idee positiv. Die Baunebenkosten seien in Deutschland insgesamt sehr hoch. Eine Entlastung bei der Grunderwerbsteuer könne die Nachfrage nach Wohneigentum deutlich beleben.
Skepsis wegen der Haushaltslage
Trotz der positiven Ansätze bleibt der Branchenchef vorsichtig. Die Finanzierung der Maßnahmen sei angesichts der angespannten Haushaltslage schwierig. Ein tragfähiger Landeshaushalt sei das entscheidende Risiko für die Umsetzung.
Zudem fehlten im Koalitionsvertrag bislang konkrete Details. Aus Sicht der Bau- und Finanzbranche müssten Entscheidungen zügig folgen, damit die Maßnahmen tatsächlich Wirkung entfalten.
Kammann verweist dabei auf Erfahrungen aus der Vergangenheit. Gesetze und Verordnungen seien mehrfach beschlossen worden, hätten sich später aber als wenig praxistauglich für Bauwirtschaft, Immobilienmarkt und Finanzbranche erwiesen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |