Nach Boomjahren: Warum Mercedes-Benz pro Auto weniger verdient
- Mercedes: So haben sich die Umsätze pro Pkw im Schnitt entwickelt. (Archivbild)
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Für Käufer, Beschäftigte und Zulieferer von Mercedes-Benz ist eine zentrale Kennzahl zuletzt gesunken. Der Umsatz pro verkauftem Pkw liegt nach einem jahrelangen Höhenflug wieder unter dem Rekordniveau.
Mercedes-Benz hatte nach sehr starken Geschäftsjahren mit hohen Gewinnen zuletzt deutliche Rückgänge bei wichtigen Finanzkennzahlen gemeldet. Ein Treiber der früheren Erfolge war, dass der Konzern im Schnitt deutlich mehr Geld pro verkauftem Fahrzeug erzielte.
Der sogenannte Average Selling Price, kurz ASP, misst den Umsatz der Pkw-Sparte im Verhältnis zum Absatz. Nach einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur erreichte der Wert 2023 mit 74.200 Euro seinen Höhepunkt. Seitdem geht es abwärts. 2024 lag der ASP bei 71.000 Euro. 2025 fiel er auf 68.100 Euro. Das entspricht einem Minus von vier Prozent.
Zum Vergleich: 2019 lag der Umsatz pro Auto noch bei rund 51.000 Euro. In den Folgejahren stieg der Wert stark an. 2020 auf 55.700 Euro. 2021 auf 67.100 Euro. 2022 auf 72.900 Euro.
Was der Umsatz pro Auto aussagt
Der ASP eignet sich nur eingeschränkt als Maß für die Preisentwicklung aus Kundensicht. Das betont auch Mercedes-Benz. Neben den Listenpreisen beeinflussen weitere Faktoren die Kennzahl.
- Währungseffekte bei internationalen Verkäufen
- Verschiebungen im Modellmix
- Unterschiedliche Ausstattungsniveaus
Vor allem 2025 hätten Wechselkurseffekte eine große Rolle gespielt und einen Teil des Rückgangs erklärt, teilte ein Konzernsprecher mit.
Luxusstrategie stößt an Grenzen
Mercedes hatte den Anteil besonders margenstarker Fahrzeuge gezielt erhöht. Dazu zählen unter anderem S-Klasse, G-Klasse sowie AMG- und Maybach-Modelle. Ihr Anteil am Portfolio stieg von rund zehn Prozent im Jahr 2019 auf etwa 15 Prozent im Jahr 2025. Gleichzeitig wurden klassische Flotten- und Volumenverkäufe reduziert.
Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht hier jedoch Grenzen. Mercedes habe stark auf Luxus gesetzt und diese Strategie inzwischen wieder angepasst. Er erwartet nicht, dass der Umsatz pro Auto in den kommenden Jahren erneut über 70.000 Euro steigen wird.
Gewinne brechen deutlich ein
Parallel zum sinkenden ASP verzeichnete der Dax-Konzern einen massiven Gewinneinbruch. 2025 fiel der Gewinn um fast die Hälfte auf 5,3 Milliarden Euro. Belastend wirkten unter anderem Zölle, ungünstige Wechselkurse und der harte Wettbewerb in China. Bereits 2024 hatte es einen deutlichen Rückgang gegeben. Mercedes reagierte mit einem Sparprogramm, um die Profitabilität wieder zu verbessern. dpa
Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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