Lidl und Kaufland investieren 5,6 Milliarden: Dieses Rechenzentrum entsteht bei Rostock

Vorhandene Windkraft war ein Standortfaktor für den Aufbau eines Rechenzentrums in Dummerstorf bei Rostock. (Archivbild) | Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
  • Vorhandene Windkraft war ein Standortfaktor für den Aufbau eines Rechenzentrums in Dummerstorf bei Rostock. (Archivbild)
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Dummerstorf. Neue Jobs, zusätzlicher Strombedarf und mögliche Wärme für Rostock: Die Schwarz-Gruppe plant in Dummerstorf ein großes Rechenzentrum. Der Konzern hinter Lidl und Kaufland will dafür 5,6 Milliarden Euro investieren. Bis 2033 soll ein Datacenter mit 240 Megawatt Kapazität entstehen.

Was in Dummerstorf entstehen soll

Das Rechenzentrum soll zunächst vor allem den eigenen Bedarf der Schwarz-Gruppe decken. Dazu gehören Daten aus Liefer- und Bestellprozessen, Bezahlvorgängen und Kundenbindungsprogrammen. Zugleich soll der Standort helfen, europäische Cloud-Angebote und IT-Lösungen weiter auszubauen.

Die wichtigsten Eckdaten des Projekts:

  • Investition: 5,6 Milliarden Euro
  • Leistung: 240 Megawatt Kapazität bis 2033
  • Ausbauoption: bis zu einem Gigawatt Anschlussleistung bis 2045
  • Arbeitsplätze: Tausende Jobs während des Baus und 120 hochqualifizierte Stellen im Betrieb

Warum der Standort bei Rostock passt

Nach Angaben des Unternehmens waren mehrere Faktoren für Dummerstorf entscheidend. Dazu zählt die hohe Verfügbarkeit von nachhaltig erzeugtem Strom, besonders aus Windkraft an Land und auf See. Mecklenburg-Vorpommern deckt bereits mehr als die Hälfte seines Stromverbrauchs aus Windenergie. Rechnerisch erzeugt das Land sogar mehr Windstrom, als es selbst verbraucht.

Wichtig ist auch der Anschluss an das Höchstspannungsnetz. Dadurch kann Strom vergleichsweise effizient zur Anlage transportiert werden. Das kühlere Klima an der Ostseeküste soll zudem dabei helfen, die Server wirksam zu kühlen.

Was die Investition für die Region bedeutet

Das Projekt könnte regionale Unternehmen einbinden, etwa bei Wartung, Instandhaltung und Dienstleistungen. Für Rostock ist außerdem die Nutzung der Abwärme interessant. Schwarz und die Stadtwerke haben dazu eine Absichtserklärung unterzeichnet. Eine ähnliche Vereinbarung gibt es bereits beim geplanten Schwarz-Rechenzentrum in Lübbenau in Brandenburg.

Rechenzentren sind ein zentraler Teil der digitalen Infrastruktur. Sie speichern, verarbeiten und verteilen Daten. Das betrifft nicht nur große Unternehmen. Auch Alltagsdienste wie E-Mails, Videostreaming oder digitale Bezahlvorgänge laufen über solche Anlagen.

Schwarz will europäische Cloud stärken

Die Schwarz-Gruppe mit Sitz bei Heilbronn in Baden-Württemberg ist vor allem durch Lidl und Kaufland bekannt. Seit Jahren baut der Konzern aber auch die Sparte Schwarz Digits aus. Sie bietet unter anderem Cloud-Dienste und Cybersicherheit an.

Im Ende Februar abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte Schwarz Digits einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro. Das entsprach einem Wachstum von 16 Prozent. Der Konzern sieht steigende Nachfrage nach Cloud-Lösungen und will sich als europäische Alternative zu großen Anbietern wie Amazon Web Services und Microsoft Azure positionieren.

Konzernchef Gerd Chrzanowski verband das Projekt mit dem Ziel digitaler Souveränität. Gemeint ist, dass Unternehmen und Staaten stärker selbst bestimmen können, wo Daten gespeichert werden und wer Zugriff darauf hat. Zugleich bleibt der Ausbau von Rechenzentren umstritten, weil sie viel Strom benötigen und je nach Technik auch Wasser und Kühlung brauchen. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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