Kritik aus Schwanau: Herrenknecht greift SPD-Ministerin Bas an
- Unternehmer Martin Herrenknecht kritisiert Teile der SPD. (Archivbild)
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Schwanau. Scharfe Kritik aus der Wirtschaft sorgt für neuen Druck in der Bundespolitik. Der Tunnelbohrmaschinen-Hersteller Herrenknecht aus dem badischen Schwanau wirft Teilen der SPD in der Bundesregierung mangelnden Reformwillen vor.
Unternehmenschef Martin Herrenknecht kritisierte vor allem Bundesarbeitsministerin und SPD-Co-Chefin Bärbel Bas. Während im Ausland entschieden werde, werde in Deutschland zu viel diskutiert oder blockiert. In einem Brief an die Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz schrieb der Unternehmer laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung, das eigentliche Problem liege tiefer.
Herrenknecht nahm dabei auch Bezug auf einen früheren Streit um mögliche Sozialkürzungen. Bas hatte im September mit einem derben Kommentar in Richtung Merz für Aufsehen gesorgt. Der Kanzler hatte die Aussage später gelassen bewertet und erklärt, solche Worte nicht „auf die Goldwaage“ zu legen.
Unternehmer fordert Kurswechsel
Der Firmenchef wirft der SPD vor, ihren politischen Kompass verloren zu haben. „Sie war mal die Partei der Arbeiter“, schrieb Herrenknecht. In seinem Unternehmen arbeite er täglich mit Schweißern, Monteuren und Facharbeitern zusammen. Viele von ihnen wollten vor allem, dass sich Leistung wieder stärker im Geldbeutel bemerkbar mache.
Zugleich kritisierte der Unternehmer eine aus seiner Sicht falsche Priorität beim Sozialstaat. Statt Leistung zu stärken werde dieser weiter ausgebaut. Das sei „Politik an den Menschen vorbei“. Wenn sich daran nichts ändere, drohe weiterer Zulauf für die AfD.
Positiv äußerte sich Herrenknecht über SPD-Finanzminister Lars Klingbeil. Dieser zeige immer wieder, dass er mit Kanzler Merz zusammenarbeiten und Kompromisse finden könne.
Rücktrittsforderung gegen Bas
In seinem Schreiben legte der Unternehmer der Arbeitsministerin schließlich einen Rücktritt nahe. Bas solle ihren politischen Kurs ändern oder der Koalition nicht länger im Weg stehen.
Das Familienunternehmen Herrenknecht aus dem Ortenaukreis gilt als Weltmarktführer für Tunnelbohrmaschinen und beschäftigt nach eigenen Angaben rund 5500 Mitarbeiter weltweit. Zu den bekanntesten Projekten zählen der Gotthard-Basistunnel, der Brenner-Basistunnel sowie das Bahnprojekt Stuttgart 21. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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