Kritik auf Porsche-Hauptversammlung: Aktionäre sprechen von „Scherbenhaufen“
- Die Porsche-Aktionäre hatten viel zu kritisieren. (Archivbild)
- Foto: Christoph Schmidt/dpa
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Stuttgart. Für Anleger von Porsche ist das Vertrauen in den Sportwagenbauer stark erschüttert. Auf der virtuellen Hauptversammlung rechneten Aktionäre nach dem Krisenjahr 2025 offen mit der Unternehmensführung ab.
Vertreter großer Investoren übten deutliche Kritik. Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Deka sagte, Aktionäre blickten heute auf Porsche und sähen „einen Scherbenhaufen“. Seit dem Börsengang im Jahr 2022 habe sich die Aktie inklusive Dividenden um 146 Prozentpunkte schlechter entwickelt als der Dax. Das sei ein klarer Vertrauensverlust am Kapitalmarkt.
Auch Hendrik Schmidt vom Vermögensverwalter DWS sprach von einer enttäuschenden Entwicklung. Die Kapitalmarktgeschichte von Porsche habe mit einem starken Start begonnen. Inzwischen sei die Aktie jedoch „auf dem Standstreifen liegengeblieben“.
Kritik auch am Aufsichtsrat
Die Investoren kritisierten nicht nur den Vorstand. Auch der Aufsichtsrat geriet in den Fokus. Personalentscheidungen seien zu spät getroffen worden. Zudem habe man Ex-Chef Oliver Blume zu lange in einer Doppelrolle gelassen und die Elektrostrategie des Vorstands nicht ausreichend kontrolliert.
Markus Kienle von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger verglich das Verhalten des Gremiums mit den bekannten drei Affen. „Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen“. Es fehle fast der vierte Affe mit der Botschaft „Nichts verstehen“.
Neuer Chef setzt auf künftige Modelle
Positiver bewerteten Investoren die Restrukturierung unter dem seit Januar amtierenden Porsche-Chef Michael Leiters. Das Jahr steht laut Leiters im Zeichen einer Neuausrichtung.
Eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Lage erwartet der Manager vor allem durch kommende Fahrzeugmodelle. Der Prozess werde jedoch Zeit brauchen.
Gewinn bricht massiv ein
Der Sportwagenbauer steckt nach Jahren mit hohen Margen inzwischen im Krisenmodus. Im Jahr 2025 brach der Überschuss um rund 91 Prozent auf 310 Millionen Euro ein.
Mehrere Faktoren belasteten das Geschäft
- schwache Verkäufe in China
- US-Zollpolitik
- geringere Nachfrage nach Elektroautos
Zusätzlich kostete der Strategiewechsel zurück zu mehr Verbrennern Milliarden. Auch im ersten Quartal setzte sich der Rückgang fort. Die Prognose für das laufende Jahr bestätigte der Vorstand jedoch. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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