Job-Streit bei Biontech in Mainz: Betriebsrat fordert Investor
- Das Biontech-Management plant die Schließung von mehreren Standorten. (Archivbild)
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Mainz. Tausende Arbeitsplätze bei Biontech stehen auf dem Spiel. Der Betriebsrat wirft der Unternehmensführung mangelnde Kooperation bei der Suche nach einem Investor für bedrohte Standorte vor.
Nach Angaben des Konzernbetriebsrats wurde bei einem Treffen vorgeschlagen, eine arbeitnehmernahe Beratungsgesellschaft mit der Investorensuche zu beauftragen. Die Arbeitgebervertreter hätten dies jedoch kategorisch abgelehnt.
Stattdessen habe das Management einen Zeitplan für die Schließung mehrerer Standorte vorgelegt. Dieser mache eine mögliche Übernahme nach Ansicht der Arbeitnehmervertretung nahezu unmöglich.
Der Betriebsrat kündigte an, Unternehmensgründer und Vorstandschef Ugur Sahin zur nächsten Verhandlungsrunde einzuladen. „Wir erwarten Fürsorge und Verantwortung von unserem Vorstandsvorsitzenden statt Konfrontation und Ignoranz“, erklärte das Gremium.
Bis zu 1.860 Arbeitsplätze betroffen
Das Management des Mainzer Unternehmens hatte Anfang Mai angekündigt, wegen geringer Auslastung, Überkapazitäten und geplanter Kosteneinsparungen mehrere Produktionsstandorte zu schließen.
Betroffen sind unter anderem:
- Idar-Oberstein
- Marburg
- Singapur
- Standorte des übernommenen Unternehmens Curevac
Insgesamt könnten laut Biontech bis zu 1.860 Arbeitsplätze betroffen sein. Bei Curevac allein sind demnach rund 820 Stellen bedroht. Ein Großteil davon entfällt auf den Hauptsitz in Tübingen.
Bereits kurz nach Bekanntwerden der Pläne hatten Betriebsräte die Vorhaben des Managements als „inakzeptabel“ und „verantwortungslos“ kritisiert. Gleichzeitig hoffen die Arbeitnehmervertreter weiterhin, dass eine Stilllegung der Werke durch einen Verkauf an einen Investor noch verhindert werden kann. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |