Hugo Boss vor Übernahme: EU macht Weg für britischen Konzern frei
- Anfang des Monats hatten Vorstand und Aufsichtsrat von Hugo Boss den Aktionären noch empfohlen, das Angebot des Großaktionärs Frasers Group abzulehnen. (Archivbild)
- Foto: Marijan Murat/dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Metzingen. Für Hugo Boss und seine Aktionäre ist ein wichtiger Schritt im Übernahmepoker erreicht: Die EU-Kommission hat eine mögliche Übernahme der alleinigen Kontrolle durch die britische Frasers Group freigegeben.
Die Brüsseler Behörde sieht nach den EU-Wettbewerbsregeln keine Bedenken. Nach ihrer Prüfung hätten beide Unternehmen durch die geplante Transaktion nur begrenzte Marktpositionen. Betroffen sind vor allem die Herstellung und der Einzelhandel mit hochwertiger Bekleidung, Schuhen und Accessoires.
Boss rät weiter zur Ablehnung
Vorstand und Aufsichtsrat von Hugo Boss hatten den Aktionären Anfang Juli empfohlen, das Angebot von Frasers abzulehnen. Nach Einschätzung des Unternehmens spiegelt der gebotene Preis von 38 Euro je Aktie den eigenständigen Wert und das künftige Wertschöpfungspotenzial von Hugo Boss nicht angemessen wider.
Seit Mitte Juni versucht die Frasers Group mit einem freiwilligen öffentlichen Angebot die Kontrolle über den Modekonzern aus Metzingen zu übernehmen. Die Gruppe des britischen Unternehmers Mike Ashley hält an Hugo Boss bereits etwas mehr als 30 Prozent direkt. Das Angebot wurde bis Freitag, 14. August verlängert.
Schwache Kauflaune belastet den Konzern
Hugo Boss beschäftigt weltweit rund 20.000 Menschen, darunter mehr als 4.400 in Deutschland. Das Unternehmen rechnet für das laufende Jahr mit einem währungsbereinigten Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern erwartet das Management 300 bis 350 Millionen Euro.
Im vergangenen Jahr verbuchte Boss nach Unternehmensangaben rund 4,3 Milliarden Euro Umsatz und ein operatives Ergebnis von 391 Millionen Euro. Die EU-Kommission prüft Zusammenschlüsse größerer Unternehmen dann, wenn bestimmte Umsatzschwellen überschritten werden und die Firmen in mehreren EU-Staaten aktiv sind. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
|
| Cornelia Bauer auf Facebook | |