Gewinnsprung in Oberndorf: Heckler & Koch hebt Prognose an
- Heckler & Koch verkauft aktuell deutlich mehr Waffen. (Archivbild)
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Oberndorf am Neckar. Für die Rüstungsindustrie im Südwesten sind das starke Zahlen: Heckler & Koch hat im ersten Halbjahr Umsatz und operatives Ergebnis deutlich gesteigert und hebt nun die Prognose für das laufende Jahr an.
Der Handfeuerwaffenhersteller aus Oberndorf am Neckar setzte von Januar bis Juni nach vorläufigen Zahlen rund 263,9 Millionen Euro um. Das waren knapp 47 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg auf 66,2 Millionen Euro. Damit lag das Ebitda bei mehr als dem Doppelten des Werts aus dem ersten Halbjahr.
Hohe Nachfrage und volle Werke
Als Gründe nannte das Unternehmen die anhaltend hohe Nachfrage nach den eigenen Produkten und die hohe Auslastung der Werke. Positiv ausgewirkt hätten sich zudem Investitionen in Produktionskapazitäten, Infrastruktur und Prozessoptimierungen. Angaben zum Gewinn nach Steuern machte der Konzern zunächst nicht. Weitere Details sollen im Halbjahresfinanzbericht folgen.
Prognose für das laufende Jahr angehoben
Wegen der aktuellen Entwicklung und eines nach Unternehmensangaben sehr hohen Auftragsbestands erhöht der Vorstand um Firmenchef Jens Bodo Koch den Ausblick. Beim Umsatz erwartet Heckler & Koch nun eine Verbesserung im hohen zweistelligen Millionenbereich gegenüber dem Vorjahr. Das Ebitda soll um eine mittlere zweistellige Millionensumme wachsen. Konkrete Zielwerte nannte das Unternehmen nicht.
Der Konzern aus dem Nordschwarzwald stellt Sturm- und Maschinengewehre, Pistolen, Maschinenpistolen und Granatwerfer her. Zum Jahreswechsel beschäftigte Heckler & Koch 1.340 Menschen. Der größte Teil arbeitet am Stammsitz in Oberndorf. Weitere kleinere Standorte gibt es in den USA und in Großbritannien.
Wachstum seit Jahren
Noch Mitte des vergangenen Jahrzehnts hatte das Unternehmen mit roten Zahlen und hohen Schulden zu kämpfen. Inzwischen ist der Konzern klar auf Wachstumskurs. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um 14,4 Prozent auf 393 Millionen Euro und erreichte damit einen Höchstwert in der Firmengeschichte. Der Auftragseingang verdoppelte sich binnen eines Jahres auf gut 800 Millionen Euro.
Treiber der Entwicklung ist die gestiegene Nachfrage aus Nato-Staaten, die seit dem russischen Angriff auf die Ukraine mehr in ihre Streitkräfte investieren. Auch die Bundeswehr zählt zu den wichtigen Kunden. Sie hat inzwischen 250.000 neue Sturmgewehre bestellt. Ursprünglich waren 120.000 vorgesehen. Mit den neuen Waffen wird das bisherige Standardgewehr G36 abgelöst, das ebenfalls von Heckler & Koch stammt. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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