Eröffnung von Stuttgart 21 auf 2031 verschoben: Die Chronologie

Seit 2010 wird an dem neuen Tiefbahnhof in Stuttgart gebaut. (Archivbild) | Foto: Marijan Murat/dpa
  • Seit 2010 wird an dem neuen Tiefbahnhof in Stuttgart gebaut. (Archivbild)
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Stuttgart. Bahnreisende im Südwesten müssen sich weiter auf eine lange Bauphase einstellen. Der Tiefbahnhof des Projekts Stuttgart 21 soll nach einer neuen Überprüfung erst Ende 2031 eröffnet werden. Seit den ersten Planungen in den 1990er Jahren wurde der Termin immer wieder verschoben. Auch die Kosten sind stark gestiegen.

Stuttgart 21 gehört zu den größten Infrastrukturprojekten in Deutschland. Ziel ist ein unterirdischer Durchgangsbahnhof in Stuttgart mit neuen Schnellbahnstrecken. Doch das Projekt steht seit Jahren wegen steigender Kosten, Verzögerungen und politischer Konflikte im Fokus.

Von der Idee zum Milliardenprojekt

Die Planungen reichen mehr als drei Jahrzehnte zurück. Ursprünglich war deutlich weniger Geld veranschlagt.

  • 1994: Erste Ideenskizze für Stuttgart 21. Start des Raumordnungsverfahrens für die Neubaustrecke Wendlingen Stuttgart.
  • 1995: Machbarkeitsstudie. Geschätzte Kosten etwa 2,5 Milliarden Euro.
  • 1997: Entwurf von ingenhoven architects gewinnt den internationalen Architekturwettbewerb.
  • 2006: Baugenehmigung für den neuen Hauptbahnhof.

Baubeginn und heftige Proteste

  • 2009: Bund, Land Baden Württemberg und Deutsche Bahn unterzeichnen die Finanzierungsvereinbarung. Kostenstand gut 3 Milliarden Euro plus Puffer. Geplante Fertigstellung 2019.
  • 2010: Baustart am 2. Februar. Im selben Jahr eskaliert ein Polizeieinsatz gegen Demonstranten. Der 30. September geht als „Schwarzer Donnerstag“ in die Geschichte Baden Württembergs ein.
  • 2011: Volksabstimmung. 58,8 Prozent stimmen gegen einen Ausstieg des Landes aus der Finanzierung und damit für das Projekt.

Steigende Kosten und neue Termine

  • 2012: Bahnchef Rüdiger Grube nennt erstmals das Jahr 2020 als möglichen Fertigstellungstermin.
  • 2013: Der Aufsichtsrat erhöht den Finanzrahmen auf 6,5 Milliarden Euro. Neuer Termin 2021.
  • 2016: Grundsteinlegung für die große Betonplatte im künftigen Bahnhof.
  • 2018: Kostenrahmen steigt auf 8,2 Milliarden Euro. Geplante Fertigstellung 2025.

Weitere Verzögerungen bis in die 2030er Jahre

  • 2022: Die Bahn rechnet mit Gesamtkosten von 9,15 Milliarden Euro plus zusätzlichem Puffer.
  • 2023: Die Kosten steigen auf rund 11 Milliarden Euro.
  • 2024: Die Fertigstellung wird auf Ende 2026 verschoben.
  • 2025: Vor Gericht scheitert die Bahn damit, Projektpartner an Mehrkosten zu beteiligen. Die Summe steigt auf etwa 11,3 Milliarden Euro. Der Termin Ende 2026 wird gestrichen.
  • 2026: Nach einer erneuten Projektprüfung wird die Eröffnung des Tiefbahnhofs um weitere fünf Jahre auf Ende 2031 verschoben.

Damit liegt zwischen erster Idee und geplanter Inbetriebnahme eine Projektlaufzeit von fast vier Jahrzehnten. Stuttgart 21 bleibt damit eines der umstrittensten und teuersten Bahnprojekte in Deutschland. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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