Ernte in Rheinland-Pfalz: Gute Mengen, Preise unter Druck
- Die Ernte 2026 fällt in Rheinland-Pfalz insgesamt besser aus, als es die ungewöhnlich trockene und heiße Witterung zunächst erwarten ließ. (Archivbild)
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Rheinland-Pfalz. Die Ernte fällt für viele Betriebe im Land besser aus als zunächst befürchtet, wirtschaftlich bleibt die Lage wegen niedriger Preise aber angespannt. Das ist das Ergebnis der ersten gemeinsamen Erntepressekonferenz der Bauern- und Winzerverbände Rheinland-Nassau und Rheinland-Pfalz Süd in Badem im Eifelkreis Bitburg-Prüm.
Trotz eines ungewöhnlich heißen und trockenen Jahres berichten die Verbände bei Wintergerste, Winterweizen und Raps von guten bis sehr guten Erträgen. Gleichzeitig belasten niedrige Erzeugerpreise und deutlich gestiegene Kosten für Treibstoff, Dünger und Arbeit viele Höfe.
Warmes Frühjahr beschleunigt die Reife
Nach Angaben der Verbände lag die Durchschnittstemperatur im Frühjahr bei 10,8 Grad. Das waren 2,7 Grad mehr als im langjährigen Mittel. Seit Februar fiel in jedem Monat weniger Niederschlag als üblich. Die Hitze und Trockenheit beschleunigten den Reifeprozess. Das erschwerte teils die Erfassung durch den Landhandel. In Verbindung mit den niedrigen Preisen kam es teilweise zu Hoflagerungen.
Winterweizen und Raps mit guter Bilanz
Besonders positiv bewerten die Verbände die Wintergerste, die von der Feuchtigkeit im Winter profitieren konnte. Beim Winterweizen, der mit rund 106.000 Hektar die wichtigste Marktfrucht in Rheinland-Pfalz ist, erwarten sie je nach Region sieben bis zehn Tonnen pro Hektar.
Auch beim Raps fällt die Bilanz erfreulich aus. Die Anbaufläche stieg um sieben Prozent auf rund 46.000 Hektar. Die trockene Witterung hielt Unkräuter, Pilzkrankheiten und Schädlinge nach Verbandsangaben weitgehend zurück.
Mais, Kartoffeln und Roggen mit Problemen
Sorgen bereitet dagegen der Mais. Seine Entwicklung ist regional sehr unterschiedlich. Auch Kartoffeln leiden unter der Hitze. Roggen wird nach Verbandsangaben bei Preisen um 150 Euro je Tonne zunehmend zum Nischenprodukt.
Im Weinbau sind die Reben weit entwickelt. Im Obstbau zeigt sich ein gemischtes Bild.
Zwiespältige Bilanz für viele Höfe
Die beiden Verbandspräsidenten Marco Weber und Eberhard Hartel ziehen deshalb eine zwiespältige Bilanz. Auf vielen Flächen stimmen Erträge und Qualitäten. Wirtschaftlich bleibt die Lage jedoch angespannt, weil die Erzeugerpreise teils auf dem Niveau von 2020 liegen, während Betriebsmittel und Löhne deutlich teurer geworden sind. Die Verbände fordern faire Wettbewerbsbedingungen, verlässliche politische Rahmen und eine stärkere Marktposition heimischer Betriebe. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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