Debatte in Hannover: Lindner fordert weniger Bürokratie für Firmen
- Christian Lindner war über ein Jahrzehnt Bundesvorsitzender der FDP. (Archivbild)
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Hannover. Unternehmen in Deutschland fordern erneut bessere Rahmenbedingungen für Investitionen und Wachstum. Bei einer wirtschaftspolitischen Diskussion in Hannover kritisierten der frühere Bundesfinanzminister Christian Lindner und Unternehmerin Bonita Grupp vor allem Bürokratie, hohe Kosten und Schwierigkeiten bei der Fachkräftegewinnung.
Beim Kamingespräch der Stiftung Niedersächsische Wirtschaftsforschung sagte Lindner, in vielen Betrieben würden Geld und Arbeitszeit zu stark durch neue Vorschriften gebunden. Ressourcen fehlten dann für Innovation, Wachstum und Arbeitsplätze. „Der erste Schritt zum Abbau von Bürokratie ist der Verzicht auf neue“, erklärte der ehemalige FDP-Vorsitzende.
Unternehmen sehen mehrere Belastungen
Bonita Grupp, Co Geschäftsführerin des Textilherstellers Trigema, beschrieb die aktuelle Lage vieler Firmen aus Sicht eines Familienunternehmens. Das Unternehmen produziert weiterhin in Deutschland, spürt jedoch mehrere wirtschaftliche Herausforderungen.
- hohe Energiepreise
- zunehmender Fachkräftemangel
- Probleme bei der Gewinnung neuer Beschäftigter
Viele Beschäftigte gingen in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Dadurch werde es für Unternehmen immer schwieriger, offene Stellen zu besetzen, sagte Grupp.
Investitionen in Energie und Digitalisierung
Trigema reagiere darauf mit Investitionen in mehr Energieunabhängigkeit sowie in Digitalisierung und Automatisierung. Ziel sei es, Produktion und Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.
Die Politökonomin Cornelia Woll, Präsidentin der Hertie School, betonte zugleich die Innovationskraft des Standorts Deutschland. Forschung und neue Ideen seien weiterhin stark. Die größere Herausforderung liege darin, Innovationen im Land zu halten und wirtschaftlich weiterzuentwickeln. Dafür brauche es weniger bürokratische Hürden und bessere Investitionsbedingungen in Europa.
Lindner inzwischen im Automobilhandel tätig
Christian Lindner war mehr als zehn Jahre Bundesvorsitzender der FDP und Bundesfinanzminister. Heute arbeitet er als Unternehmer und Berater. Außerdem gehört er dem Kuratorium der Stiftung Familienunternehmen und Politik an und ist seit einigen Monaten stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Autoland AG. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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