Ab sofort: Mehr Güterzüge auf der Strecke Bamberg–Erfurt
- Auf der Schnellfahrstrecke Bamberg–Erfurt sollen dank einer neuen ETCS-Software ab sofort mehr Güterzüge fahren. Die digitale Lösung schafft zusätzliche Trassen vor allem nachts und in den Tagesrandlagen.
- Foto: Deutsche Bahn AG / Wolfgang Klee
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Bamberg. Auf der Schnellfahrstrecke zwischen Bamberg und Erfurt können Güterzüge ab sofort häufiger fahren, vor allem nachts und in den Tagesrandlagen. Möglich wird das durch eine neue ETCS-Softwarelösung von DB InfraGO und Siemens, wie die Deutsche Bahn mitteilt.
Die zusätzlichen Trassen können Eisenbahnunternehmen sofort bestellen. Für Reisende auf der Strecke ändert sich nach Angaben der Bahn vor allem im Hintergrund etwas. Die vorhandene Infrastruktur soll effizienter genutzt werden, ohne den schnellen Personenverkehr am Tag grundsätzlich zu verdrängen.
Warum die neue Lösung nötig ist
Auf Schnellfahrstrecken mit einröhrigen Tunneln gilt ein Tunnelbegegnungsverbot zwischen langsamen Güterzügen und schnellen Fernzügen. Grund sind aerodynamische Effekte bei großen Geschwindigkeitsunterschieden. Bislang führte das zu betrieblichen Einschränkungen auf der Neubaustrecke Bamberg–Erfurt.
Die neue Anwendung verknüpft Informationen aus Fahrplan-, Leit- und Sicherungssystemen. Sie erkennt automatisiert, ob es sich um einen Güterzug oder einen Reisezug handelt. Unzulässige Begegnungen in den Tunnelabschnitten werden dadurch technisch ausgeschlossen.
Was das für die Strecke bedeutet
Die Verbindung zwischen Bamberg und Erfurt ist Teil des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit 8 und eine wichtige Nord-Süd-Achse im deutschen Schienennetz. Sie ist vollständig mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS ausgestattet.
Tagsüber hat auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke weiterhin vor allem der schnelle Personenfernverkehr Priorität. Güterzüge fahren dort vorrangig nachts. Mit der neuen Software sollen nun zusätzliche Fahrmöglichkeiten entstehen.
- mehr Güterzug-Verkehr - vor allem nachts
- zusätzliche Fahrmöglichkeiten in Tagesrandlagen
- bessere Ausnutzung der bestehenden Infrastruktur
- technische Absicherung gegen unzulässige Tunnelbegegnungen
Güterverkehr auf der VDE 8 wächst
Anfang des Jahres wurde der Güterverkehr auf der Strecke schrittweise aufgenommen. Inzwischen wird die Verbindung laut Bahn zunehmend für weitere Güterzugleistungen angefragt. Voraussetzung für die Nutzung der VDE 8 bleibt, dass die eingesetzten Güterzuglokomotiven mit ETCS ausgerüstet sind.
DB InfraGO-Chef Philipp Nagl spricht von einer innovativen Lösung, mit der sich die vorhandene Infrastruktur effizienter nutzen lasse. Für den Schienengüterverkehr bedeutet das vor allem mehr Flexibilität auf einer der modernsten Bahnstrecken in Deutschland.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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