30-Grad-Hitze in Rheinland-Pfalz: Wer jetzt profitiert
- Sonnenbrille und Eis empfehlen sich während frühsommerlich-heißer Tage.
- Foto: Laszlo Pinter/dpa
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Rheinland-Pfalz. Temperaturen über 30 Grad bringen Ende Mai echtes Sommergefühl in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Das freut vor allem Tourismus und Gastronomie. Andere Freizeitangebote wie Kinos spüren dagegen eher einen Besucherrückgang.
Am Pfingstwochenende kletterten die Temperaturen in Teilen der Region deutlich über die 30-Grad-Marke. Für viele Betriebe ist solches Wetter ein wichtiger Impuls. Besonders Restaurants mit Terrassen, Biergärten und Weingärten profitieren.
Gastronomie hofft auf volle Terrassen
Der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga in Rheinland-Pfalz, Gereon Haumann, sieht in sonnigen Feiertagen eine Chance für die Branche. Warmes Wetter und freie Tage sorgten häufig für mehr Gäste.
Trotz der von der Bundesregierung beschlossenen Mehrwertsteuersenkung auf Speisen bleibe die Lage für viele Betriebe angespannt. Die Konsumzurückhaltung sei weiterhin spürbar. Ohne die steuerliche Entlastung wäre die Zahl der Schließungen und Insolvenzen vermutlich höher.
Die Branche hofft deshalb auf eine gute Sommersaison und zusätzliche Impulse durch sportliche Großereignisse. Im Juni startet die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Längere Erfolge der deutschen Mannschaft könnten laut Dehoga die Stimmung und damit auch die Lust auf Restaurantbesuche steigern.
Museen setzen auch im Sommer auf Besucher
Museen sehen heiße Tage nicht grundsätzlich als Nachteil. Zwar konkurrieren Ausstellungen bei Sonnenschein stärker mit Freizeitaktivitäten im Freien. Gleichzeitig können klimatisierte Räume ein zusätzlicher Anreiz sein.
Viele Häuser in Rheinland-Pfalz richten ihre Öffnungszeiten bewusst auf die Monate zwischen Ostern und Ende Oktober aus. Besonders profitieren laut Museumsverband Einrichtungen mit Außenbereichen oder touristischen Angeboten.
Dazu zählen unter anderem
- Freilichtmuseen
- Schlösser und historische Anlagen
- Bergwerke und andere Ausflugsziele im Freien
Im Sommer kommen zudem häufig Museumsfeste, Aktionstage und Ferienprogramme hinzu.
Kinos warten auf längere Hitzephasen
Für Kinos ist warmes Frühlingswetter dagegen meist keine gute Nachricht. Bei Sonnenschein verbringen viele Menschen ihre Freizeit lieber draußen.
Erst wenn längere Hitzeperioden einsetzen, steigen die Besucherzahlen oft wieder. Dann werden klimatisierte Kinosäle für viele zu einer willkommenen Abkühlung.
Landwirtschaft sieht derzeit keine Probleme
Die Landwirtschaft kommt nach Angaben der Bauern- und Winzerverbände aktuell gut mit den Temperatursprüngen zurecht. Getreide und Wein vertragen die derzeitige Trockenheit noch gut.
Die trockene Witterung hat sogar einen Nebeneffekt. Ohne anhaltende Feuchtigkeit sinkt der Druck durch Pflanzenkrankheiten. Im Gemüseanbau können Betriebe bei Bedarf gezielt bewässern.
Kritisch werden Temperaturen erst bei länger anhaltenden Extremen. Über etwa 27 oder 28 Grad wachsen einige Pflanzen langsamer oder stoppen ihr Wachstum. Frost kann dagegen besonders empfindliche Kulturen wie Mais oder Kartoffeln schädigen.
Wälder profitieren von feuchten Böden
Auch für die Wälder sehen Experten derzeit keine akute Gefahr. Die Böden hatten sich im Winter mit Wasser gesättigt. Regenfälle im Mai brachten in Regionen wie Eifel, Westerwald und Pfälzerwald zusätzliche Entspannung.
Die Bäume befinden sich aktuell in ihrer Hauptwachstumsphase. Zwar habe sich der Zustand der Wälder im Vergleich zu den Vorjahren verbessert. Dennoch bleiben viele Bestände weiterhin unter Stress.
Tourismus profitiert von spontanen Ausflügen
Die Tourismusbranche meldet bei sonnigem Wetter häufig kurzfristige Buchungen. Viele Menschen entscheiden sich spontan für Tagesausflüge oder kurze Aufenthalte.
Besonders gefragt sind bei Temperaturen um die 30 Grad
- Wanderungen mit Einkehr
- Ausflüge in Weinregionen
- Besuche von Freilichtmuseen und Ausflugszielen
Hotels, Pensionen und Gästehäuser sehen deshalb gute Chancen für eine starke Sommersaison in Rheinland-Pfalz. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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