Stürmerinnen-Casting: Ex-Hoffenheimerin Kössler überzeugt
- Empfahl sich gegen Australien: Angreiferin Melissa Kössler.
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Bremen. Für die DFB-Frauen wird die Suche nach einer verlässlichen Torjägerin vor dem Härtetest gegen Japan am Dienstag, 13. Oktober, konkreter: Die frühere Hoffenheimerin Melissa Kössler hat sich mit zwei Toren gegen Australien empfohlen.
Beim 4:2 in Karlsruhe erzielte die 26-Jährige von Denver Summit FC ihre ersten beiden Treffer im Nationalteam. Bundestrainer Christian Wück sucht für die Olympia-Qualifikation im Frühjahr, die Weltmeisterschaft in Brasilien und mit Blick auf die Heim-EM 2029 eine Mittelstürmerin mit internationalem Format.
Kössler bringt Robustheit aus den USA mit
Kössler habe gegen Australien genau jene Eigenschaften gezeigt, die im Spielsystem gebraucht würden, sagte Wück. Sie verteidige und verteile Bälle, setze sich in Zweikämpfen durch und sei torgefährlich. Die Angreiferin, die früher für Turbine Potsdam und die TSG Hoffenheim spielte, sieht ihre Entwicklung vor allem im athletischen Bereich. Die National Women’s Soccer League in den USA sei schneller und direkter, sagte Kössler.
Wück sagte, Kössler werde den anderen Kandidatinnen im Sturmzentrum „gehörig Druck machen“. Eine Spielerin, die körperliche Stärke, Ballbehauptung, Spielübersicht, Durchsetzungsvermögen und Torgefahr verbinde, sei allerdings selten. Der Bundestrainer sprach von einer „eierlegenden Wollmilchsau“.
Schüller bleibt trotz starker Quote eine Option
Zwei Jahre nach dem Rücktritt von Alexandra Popp ist die Nachfolge im Sturmzentrum weiter offen. Lea Schüller kommt im DFB-Team auf 56 Tore in 87 Einsätzen. Nach der EM 2025 verlor die 28-Jährige jedoch ihren Stammplatz, zunächst beim FC Bayern München. Im vergangenen Winter wechselte sie zu Manchester United und kämpft auch dort um Spielzeit.
Die Nations-League-Finalspiele gegen Spanien verpasste Schüller aus familiären Gründen. Beim aktuellen Lehrgang reiste sie wegen eines Infekts ab. Wück betonte dennoch ihre starke Torquote für Deutschland.
Weitere Kandidatinnen fehlen oder kämpfen sich zurück
Larissa Mühlhaus von Eintracht Frankfurt muss wegen einer Erkrankung passen. Die 23-Jährige war nach einer Verletzung gerade erst zurückgekehrt und hatte bei ihrem DFB-Debüt im März gegen Slowenien getroffen.
Giovanna Hoffmann von Wolfsburg fällt nach Kreuzbandriss und einer weiteren Operation im Sommer länger aus. Wück hofft auf ihre Rückkehr, weil sie die gesuchten körperlichen und spielerischen Voraussetzungen mitbringe. Nicole Anyomi, die nachnominiert wurde, kam gegen Australien als Jokerin zum Einsatz, vergab aber eine gute Möglichkeit.
Wück sieht mehrere Alternativen, bewertet die Auswahl im Sturmzentrum aber noch als „ausbaufähig“. Gegen Japan in Bremen kann sich Kössler erneut für eine zentrale Rolle auf dem Weg zur WM empfehlen. [dpa/red]
Autor:Fußball im Südwesten: Vereinsnachrichten & Ergebnisse aus Rheinhessen |