SC Freiburg setzt Kinderschutz-Reihe für Vereine fort
- Der SC Freiburg setzt seine Veranstaltungsreihe zum Kinder- und Jugendschutz fort. (Archivbild)
- Foto: Anouar Touir
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Freiburg. Der SC Freiburg startet vor dem Weltkindertag die Bewerbungsphase für eine weitere Veranstaltungsreihe zum Kinder- und Jugendschutz. Das Angebot richtet sich an Vereine in Südbaden. Wie der Verein mitteilt, können in der zweiten Runde 40 weitere Vereine teilnehmen.
Bereits im Mai hatten 60 Vereine aus Südbaden ein Abzeichen erhalten. Zuvor hatten sie in einem rund anderthalbjährigen Prozess eigene, auf ihre jeweiligen Strukturen zugeschnittene Kinder- und Jugendschutzkonzepte entwickelt. Wegen der großen Nachfrage wird die Reihe nun fortgesetzt.
Zusammenarbeit mit mehreren Partnern
Die neue Veranstaltungsreihe beginnt im Februar. Der SC Freiburg organisiert sie gemeinsam mit der Badischen Sportjugend im Badischen Sportbund Freiburg, Wendepunkt und der Kindernothilfe. Ziel ist es nach Angaben des Vereins, Vereine bei der Entwicklung von Schutzkonzepten zu begleiten und konkrete Abläufe für den Ernstfall festzulegen.
Als Beispiel nennt der SC Freiburg den SV Kirchzarten. Der Verein beschäftigt sich nach eigenen Angaben seit acht Jahren intensiver mit Kinder- und Jugendschutz und erhielt vor zwei Jahren sein eigenes Schutzschild. In der ersten Veranstaltungsreihe begleitete der SV Kirchzarten andere Vereine als Beispiel aus der Praxis.
Britta Schreiber, Mitglied im geschäftsführenden Vorstand und Kinderschutzbeauftragte des SV Kirchzarten, empfiehlt interessierten Vereinen, frühzeitig zu beginnen: „Wichtig ist es, einfach anzufangen, sich mit anderen Vereinen auszutauschen und sich zu vernetzen. Es geht nicht darum, gleich alles perfekt zu machen, aber die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen.“
Führungszeugnisse sorgten anfangs für Irritationen
Auch andere Vereine berichten von organisatorischen Veränderungen. Leonie Frank, Jugendschutzbeauftragte beim Turnerbund Kappel-Grafenhausen, betont die Bedeutung eines Teams: „Für uns war es wichtig, dass wir ein Kinder und Jugendschutz-Team haben, so konnten wir die Termine aufteilen und sind im Ernstfall nicht alleine. Das Team besteht immer noch.“
Beim SV Kirchzarten habe es zu Beginn auch Vorbehalte gegeben. Schreiber berichtet, dass die Einführung polizeilicher Führungszeugnisse im Kinder- und Jugendbereich nicht überall reibungslos aufgenommen worden sei. Einige Übungsleiterinnen und Übungsleiter hätten zunächst das Gefühl gehabt, unter Generalverdacht zu stehen.
Kinderschutzcoaches in den Abteilungen
Der SV Kirchzarten hat sein Konzept inzwischen erweitert. Mit ehrenamtlichen Kinderschutzcoaches in den Abteilungen sollen zusätzliche Ansprechpersonen im Verein aufgebaut werden. Für diese Idee wurde der Verein in der Kategorie „Besondere Vorbilder“ ausgezeichnet und erhält Unterstützung aus Mitteln des FAIR ways Förderpreises.
Auch der FC Freiburg St. Georgen verweist auf Auswirkungen des Schutzkonzepts. Jana Kiefer, Kinderschutzbeauftragte des Vereins, sagt: „Unser Kinder- und Jugendschutzkonzept hat für das wichtige Thema sensibilisiert und auch das gute Gefühl bei den Eltern verstärkt. Wir bekommen schon Rückmeldungen, dass wir gute Arbeit machen.“
Nach Angaben des SV Kirchzarten half ein Interventionsplan bereits in konkreten Situationen. Schreiber berichtet, der Verein habe dadurch in einem der wenigen aufgetretenen Fälle gewusst, welche Schritte als Nächstes nötig seien. In einem Fall bezweifle sie, dass der Verein vor sechs oder sieben Jahren interveniert hätte, weil der Vorfall nicht unmittelbar den Verein betroffen habe. Durch die Sensibilisierung hätten Verantwortliche dennoch genauer hingehört.
Die Anmeldungen für Vereine sind ab sofort möglich.
Autor:Ralf Vester aus Kaiserslautern |