Karriere-Zweifel bei Offenburgs Vetter: Olympia offen
- Speerwerfer Johannes Vetter macht sich nach vielen Verletzungen Gedanken über ein Karriereende. (Archivbild)
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Offenburg. Für Leichtathletik-Fans im Südwesten rückt die Frage nach der Zukunft von Speerwerfer Johannes Vetter in den Fokus: Der frühere Weltmeister von der LG Offenburg hat nach seiner Absage für die deutschen Meisterschaften am Samstag und Sonntag offen über ein mögliches Karriereende vor den Olympischen Spielen in Los Angeles gesprochen.
Der 33-Jährige sagte der Mediengruppe „Münchner Merkur/tz“, nach mehreren Jahren mit Verletzungen stelle sich für ihn die Frage, ob es körperlich und mental noch reiche, international konkurrenzfähig zu sein. Falls das nicht mehr gelinge, habe er auch die Förderung nicht mehr verdient. „Da muss man ehrlich sein und auch wissen: Diese Reise ist irgendwann mal vorbei“, sagte Vetter.
Karriereende noch vor Olympia möglich
Auf die Frage, ob ein Abschied erst am Ende des Olympia-Zyklus kommen könnte, antwortete Vetter: „Oder vorher. Das halte ich mir offen.“ Vielleicht öffne sich auch eine andere Tür. Das Leben werde neben dem Sport viele Happy Ends bieten.
Vetter erlebt seit Jahren eine schwierige Phase. Mit 97,76 Metern hält der in Dresden geborene Athlet seit fast sechs Jahren den deutschen Rekord im Speerwurf. In dieser Saison kam er bislang auf 78,76 Meter. Er räumte ein, dass die Leistungen derzeit nicht ausreichten, um einen soliden Wettkampf nach seinen Vorstellungen zu bestreiten.
Trotz Rückschlägen nicht unglücklich
Trotz der sportlich schwierigen Lage schilderte sich der Werfer nicht als verbittert. Ihm werde im Alltag nicht langweilig, sagte Vetter. Er gehe nicht unglücklich durchs Leben. Der Athlet der LG Offenburg baut nach eigenen Angaben derzeit ein Haus.
Mit Blick auf den Nachwuchs forderte Vetter zudem mehr Hingabe. Er sehe bei zu wenigen jungen Athleten den Willen, „gnadenlos zu ihrem Körper zu sein“. Im Speerwurf reiche es nicht, wenn die letzte Konsequenz fehle. Einen ähnlichen Mangel an absolutem Einsatz machte er auch bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft aus. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |