Eintracht Frankfurt und der FSV: Die Geschichte des Bornheim-Derbys
- Eintracht Frankfurt im Vereinsbild.
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Frankfurt. Die Spiele zwischen Eintracht Frankfurt und dem FSV Frankfurt gelten heute als weitgehend entspannte Frankfurter Brüderduelle. Die gemeinsame Geschichte der beiden Klubs aus dem Osten der Stadt war jedoch über lange Zeit von harter sportlicher Konkurrenz, Konflikten auf und neben dem Platz sowie gegenseitiger Unterstützung in Krisenzeiten geprägt.
Derby mit großer Rivalität
In der frühen Frankfurter Fußballgeschichte kämpften Eintracht und FSV um die Vormachtstellung in der Stadt. Zu den Derbys kamen nach Angaben von Eintracht Frankfurt regelmäßig Zehntausende Zuschauer. Zeitungsberichte schilderten wiederholt Spannungen zwischen Anhängern und Spielern.
Besonders turbulent verlief ein Freundschaftsspiel am 25. Juni: Nach umstrittenen Szenen und mehreren Fouls eskalierte die Partie laut damaligen Berichten. Spieler, Zuschauer und Verantwortliche gerieten aneinander, schließlich griff berittene Polizei ein. Auch in der Vereinskommunikation jener Zeit wurde die Rivalität teilweise zusätzlich angeheizt.
Gemeinsame Mannschaft in Kriegszeiten
Trotz der Konkurrenz arbeiteten die beiden Vereine in besonderen Situationen zusammen. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs bildeten Eintracht und FSV wegen Spielermangels eine Kriegsspielgemeinschaft. Diese absolvierte zwischen November und Januar vier Pflichtspiele.
Auch bei der Nutzung ihrer Spielstätten halfen sich die Klubs mehrfach. Nach einem Brand an der Riederwaldtribüne durfte die Eintracht den Bornheimer Hang nutzen. Nach den Bombenangriffen auf Frankfurt stellte der FSV der Eintracht erneut sein Stadion zur Verfügung. Umgekehrt spielte der FSV während der Renovierung des Bornheimer Hangs im Riederwald-Stadion.
Gemeinsame Geschichte im National- und Europafußball
Bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz waren Alfred Pfaff von Eintracht Frankfurt und Richard Hermann vom FSV Frankfurt im deutschen Aufgebot vertreten. Beide spielten später auch in einer Frankfurter Stadtauswahl zusammen, die im Internationalen Messestädte-Pokal antrat. Beim 5:1 gegen Basel trafen Pfaff und Hermann jeweils.
Sportlich entfernten sich beide Vereine später voneinander. Die Eintracht wurde Deutscher Meister und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga, während der FSV aus der damals höchsten Spielklasse abstieg. In der Zweitligasaison 2011/12 kam es wieder zu Derbys, die Eintracht Frankfurt mit 4:0 und 6:1 gewann. Laut Vereinsangaben trennen die ersten Männermannschaften inzwischen drei Spielklassen; der FSV trat zuletzt in der Regionalliga Südwest gegen Eintrachts U21 an.
Streit um Stadion und Fahnen
Ganz konfliktfrei blieb das Verhältnis auch in jüngerer Zeit nicht. Als der FSV wegen des Umbaus am Bornheimer Hang seine Heimspiele im Stadtwald austrug, kam es zum sogenannten Fahnenstreit. Eintracht-Fahnen mussten an Spieltagen abgehängt werden, zudem blieben Fanshop und Museum geschlossen. Diskussionen gab es zuletzt auch über die Miete für die Nutzung des Bornheimer Hangs durch Eintrachts zweite Mannschaft.
FSV als Vorreiter im Frauenfußball
Der FSV Frankfurt gehörte nach Aufhebung des DFB-Verbots zu den frühen Vereinen mit einer Frauenmannschaft und wurde Gründungsmitglied der Frauen-Bundesliga. Der Klub gewann drei deutsche Meisterschaften und fünf DFB-Pokale. Nachdem der FSV seine Frauenabteilung aufgelöst hatte, fusionierte Eintracht Frankfurt mit dem Nachfolgeverein des 1. FFC Frankfurt. Birgit Prinz spielte zunächst beim FSV und wechselte später zum 1. FFC.
Beide Vereine tragen den Adler im Wappen. Das bis heute verwendete FSV-Motto entstand laut Eintracht Frankfurt kurz nach dem Zusammenschluss der Eintracht-Vorgänger Kickers und Victoria zum Frankfurter Fußballverein: Die angeschaffte Klubfahne trägt den Titel „Aus eigener Kraft“. [red]
Autor:Fußball im Südwesten: Vereinsnachrichten & Ergebnisse aus Rheinhessen |