DFB startet Initiative für moderne Vereinsheime
- Der DFB stellt mit „Vereinsheim 2.0“ Informationsangebote für Sportvereine und Kommunen bereit.
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Fußball. Der Deutsche Fußball-Bund hat unter dem Titel „Vereinsheim 2.0“ eine Initiative für Sportvereine und Kommunen vorgestellt. Sie soll Vereinen helfen, den Zustand ihrer Vereinsheime strukturiert zu bewerten und Entscheidungen zu Sanierung, Modernisierung oder Neubau vorzubereiten. Das Angebot richtet sich nicht nur an Fußballvereine im DFB, sondern auch an weitere Sportvereine im Deutschen Olympischen Sportbund sowie an Städte, Gemeinden und kommunale Träger.
Drei Bausteine für Planung und Bewertung
Die Initiative umfasst drei Veröffentlichungen. Ein Handbuch soll Vereinen als Werkzeug dienen, um Vereinsheime funktional, technisch und baulich einzuordnen. Es behandelt nach Angaben des DFB unter anderem Fragen zu Fördermitteln, Baurecht und Nachhaltigkeit.
Ergänzend gibt es eine funktionale Leistungsbeschreibung. Sie wurde laut DFB gemeinsam von Expertinnen und Experten, Fachplanern und Vertretern von Amateurvereinen entwickelt. Darin werden grundlegende räumliche, technische und organisatorische Anforderungen an ein zukunftsfähiges Vereinsheim beschrieben, etwa Raumgrößen, Wegebeziehungen und technische Vorgaben.
Katalog mit Mustervereinsheimen
Für Vereine und Kommunen mit Neubaubedarf stellt der DFB außerdem einen Katalog bereit. Er umfasst 16 zertifizierte, schlüsselfertige Mustervereinsheime in vier Größen. Die Modelle sollen vom kleineren Dorfverein bis zu größeren Sportanlagen mit mehreren Spielfeldern skalierbare Lösungen abdecken.
Der Katalog basiert auf einer EU-weiten Ausschreibung mit Bauunternehmen im seriellen, modularen Holzfertigbau. Die ausgewählten Unternehmen wurden nach DFB-Angaben über eine Rahmenvereinbarung vertraglich gebunden. Als Vorteile nennt der Verband Kostensicherheit, kürzere Planungs- und Bauzeiten sowie flexible und nachhaltige Lösungen. Die Veröffentlichungen sind gedruckt und online unter dfb.de/vereinsheim verfügbar.
Viele Klubs sind mit Vereinsheimen unzufrieden
Hintergrund ist nach DFB-Angaben ein großer Modernisierungsbedarf. Eine repräsentative Umfrage im Amateurfußball-Barometer habe ergeben, dass mehr als die Hälfte der rund 24.000 deutschen Klubs, in denen Fußball gespielt wird, mit ihrem Vereinsheim unzufrieden oder nur teilweise zufrieden ist. Sanierung, Modernisierung oder Neubau betreffen demnach sowohl vereinseigene Gebäude als auch öffentlich genutzte Immobilien.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf verwies darauf, dass Vereinsheime mehr seien als reine Funktionsgebäude. Sie dienten unter anderem als Treffpunkte für Kinder und Jugendliche, als Orte für Kooperationen mit Schulen und als generationenübergreifende Begegnungsräume. DFB-Geschäftsführer Sport Andreas Rettig sagte, viele Vereinsheime seien in die Jahre gekommen und erfüllten moderne Anforderungen nicht mehr.
DOSB-Präsident Thomas Weikert sieht in der Initiative eine praxisnahe Unterstützung für Vereine und Kommunen. Der Ansatz verbindet Entscheidungshilfen, modulare Neubauangebote und die Einbindung der Landessportbünde und nimmt Funktionalität sowie Nachhaltigkeit in den Blick.
Autor:Anouar Touir aus Ludwigshafen |