Zeit sparen beim Flug: Remote-Terminal umgeht Flughafen-Stau
- Abflug! Am neuen Remote Terminal in Boston liegt vor dem Lift-off nun bei manchen Verbindungen eine Busfahrt von 35 Kilometern Länge.
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Remote-Terminal am Flughafen. Einchecken, Sicherheitskontrolle erledigen und erst danach zum eigentlichen Flughafen fahren. Genau dieses Modell testet der Flughafen Boston. Für Passagiere kann das vor allem eines bedeuten. Weniger Wartezeit im stark ausgelasteten Terminal.
In Framingham am westlichen Rand der US‑Großstadt wurde ein ausgelagertes Terminal eröffnet. Dort können Reisende einchecken und die Sicherheitskontrolle durchlaufen. Anschließend steigen sie in einen gesicherten Bus, der direkt zum Gate am Logan Airport fährt. Die Strecke beträgt rund 35 Kilometer und dauert je nach Verkehr im Idealfall etwa 30 Minuten.
Hinter dem Pilotprojekt stehen die Massachusetts Port Authority und die US‑Transportsicherheitsbehörde TSA. Zum Start ist das Angebot nur frühmorgens bis zum Nachmittag verfügbar und richtet sich zunächst an Passagiere der Fluggesellschaften Delta und Jetblue. Fällt der Test positiv aus, könnte das Modell auf weitere Airlines ausgeweitet werden.
Parken in der Vorstadt deutlich günstiger
Der Service ist nicht kostenlos. Erwachsene zahlen neun US‑Dollar pro Strecke. Das entspricht umgerechnet knapp acht Euro. Ein Platz im Bus muss vorher reserviert werden. Die Buchung ist laut Betreiber bis zu 90 Minuten vor Abflug möglich.
Vor allem Reisende aus der Region rund um Boston gelten als Zielgruppe. Ein wichtiger Grund sind die Parkkosten. In Framingham kostet das Abstellen eines Autos laut Port Authority rund sieben US‑Dollar pro Tag. Am Logan Airport liegen die Gebühren bei knapp 30 US‑Dollar täglich.
Externe Sicherheitskontrollen gibt es in den USA laut TSA auch an Flughäfen wie Los Angeles, Atlanta und New York (JFK). Das ausgelagerte Terminal bei Boston gilt jedoch als erstes vollständig externes Terminal dieser Art im Land.
Modelle mit Check‑in außerhalb des Flughafens existieren bereits international. In Seoul und Wien können Passagiere an Bahnhöfen einchecken und Gepäck aufgeben. Eine Sicherheitskontrolle außerhalb des Flughafengeländes gehört dort allerdings nicht zum Angebot. Damit testet Boston ein Konzept, das Wartezeiten im Terminal künftig spürbar reduzieren könnte. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |