Zeckensaison startet: Warum FSME jetzt zur echten Gefahr wird
- Aktive Zecken ab sieben Grad: Frühzeitiger Schutz vor FSME wird immer wichtiger.
- Foto: Erik Karits/Pixabay
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Mannheim. Mit den steigenden Temperaturen beginnt auch die Zeckensaison. Bereits ab sieben Grad Celsius werden Zecken aktiv – völlig unabhängig von der Jahreszeit. Damit rückt die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erneut in den Fokus.
FSME: Von grippeähnlichen Beschwerden bis zu schweren neurologischen Schäden
FSME ist eine durch Zecken übertragene Virusinfektion. Viele Infizierte entwickeln entweder keine Symptome oder nur leichte grippeähnliche Beschwerden. In schweren Fällen können jedoch entzündliche Erkrankungen von Gehirn oder Rückenmark auftreten. Diese können zu Lähmungen, Sprech- oder Schluckstörungen und Bewusstseinsstörungen führen.
Auch monatelang anhaltende Folgeschäden wie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Gleichgewichtsstörungen sind möglich. In seltenen Fällen – etwa ein Prozent – verläuft die Krankheit tödlich.
Wann treten Symptome auf – und ist FSME ansteckend?
Treten nach einem Zeckenstich Symptome auf, geschieht dies meist ein bis zwei Wochen später, selten erst nach vier Wochen. Wichtig: FSME ist nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.
FSME-Risikogebiete breiten sich weiter aus
Laut Robert-Koch-Institut wurden 2025 693 FSME-Fälle gemeldet – die dritthöchste Zahl seit Beginn der Datenerfassungen. Aktuell gelten 185 Landkreise als Risikogebiete.
Besonders betroffen sind:
- Bayern
- Baden-Württemberg
- Südhessen
- Südöstliches Thüringen
- Sachsen
- Teile Brandenburgs (seit 2022)
Zunehmend werden jedoch auch Fälle außerhalb klassischer Risikogebiete registriert – ein Hinweis darauf, dass sich FSME weiter ausbreitet. Auch im europäischen Ausland besteht ein Infektionsrisiko, etwa in Österreich, der Schweiz, Polen oder Tschechien.
Wer ist besonders gefährdet?
Ein erhöhtes Risiko haben Menschen, die:
- in Risikogebieten wohnen oder dorthin reisen
- sich häufig in der Natur aufhalten (Wandern, Joggen, Gärtnern)
- engen Kontakt zu Tieren haben, die sich im Freien bewegen (zum Beispiel Hunde)
So schützt man sich vor FSME: Zwei entscheidende Maßnahmen
1. Impfung – sicher, wirksam und empfohlen
Die meisten FSME-Erkrankten waren nicht oder unzureichend geimpft. Die STIKO empfiehlt die FSME-Impfung allen Personen, die sich in Risikogebieten häufig im Freien aufhalten – auch in Parks oder Gärten.
Der Impfplan:
- Grundimmunisierung: drei Impfungen
- Auffrischung: nach drei Jahren
- Weitere Auffrischungen: alle fünf Jahre
- Ab 50/60 Jahren: alle drei Jahre (je nach Impfstoff)
Wichtig: Eine nachträgliche Impfung schützt nicht, wenn das Virus bereits übertragen wurde. Zecken übertragen auch Borreliose – dagegen gibt es keine Impfung.
2. Zeckenstiche vermeiden
Zecken lauern in hohem Gras, Gebüsch und Unterholz. Beim Vorbeigehen werden sie unbemerkt abgestreift. Schutz bieten:
- lange Kleidung, geschlossene Schuhe
- Strümpfe über die Hosen ziehen
- helle Kleidung, um Zecken besser zu erkennen
- zeckenabweisende Mittel (zeitlich begrenzte Wirkung!)
Körper nach Aufenthalten im Freien gründlich absuchen – besonders Kopf, Hals, Achseln, Leisten und Kniekehlen. Findet man eine Zecke, sollte sie sofort mit Pinzette oder Zeckenkarte entfernt werden:
- nicht ersticken (kein Öl, kein Klebstoff)
- möglichst nah an der Haut greifen und vorsichtig ziehen
- Stelle anschließend desinfizieren
Weitere Informationen zu FSME und zur Impfung finden sich unter: www.infektionsschutz.de/infektionen/erregersteckbriefe/fsme
Autor:Charlotte Basaric-Steinhübl aus Ludwigshafen |
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