Zecken ganzjährig aktiv in Rheinland-Pfalz: Experten warnen
- Nach einem Waldspaziergang sollten der Körper und Haustiere nach Zecken abgesucht werden. (Symbolbild)
- Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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Rheinland-Pfalz. Zecken können inzwischen fast das ganze Jahr über aktiv sein. Fachleute beobachten, dass steigende Temperaturen und milde Winter dazu führen, dass die Tiere nicht mehr nur im Sommer auftreten.
Nach Angaben des Naturschutzbunds Nabu in Rheinland-Pfalz sind Zecken heute deutlich häufiger ganzjährig unterwegs. Früher galten sie vor allem als typisches Sommerproblem. Durch wärmere Winter verlängert sich jedoch ihre Aktivitätszeit.
Hohe Aktivität im Sommer erwartet
Die Zeckenexpertin Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim rechnet zudem mit einer starken Zeckensaison. Entscheidend sei, wie viele Tiere den Winter überleben. Der Entwicklungszyklus des Gemeinen Holzbocks dauert mehrere Jahre.
Die Kältephasen der vergangenen Wochen dürften nach Einschätzung der Expertin kaum Einfluss auf die Population haben. Die Frostperioden seien zu kurz gewesen.
Der Gemeine Holzbock verträgt höhere Temperaturen relativ gut. Empfindlich reagiert er dagegen auf trockene Luft. Sinkt die Luftfeuchtigkeit, ziehen sich die Tiere näher zum Boden zurück oder verlassen den Bereich.
Längere Aktivitätszeiten durch mildes Klima
Nach Untersuchungen des Kompetenzzentrums für Klimawandelfolgen in Rheinland-Pfalz ist der Gemeine Holzbock vor allem bei Temperaturen zwischen etwa 7 und 30 Grad aktiv. Analysen zeigen, dass die Zahl der Tage mit geeigneten Bedingungen in den vergangenen Jahren zugenommen hat.
Das Zentrum sieht deshalb einen möglichen Zusammenhang zwischen Klimawandel und steigender Zeckenaktivität.
Neue Arten breiten sich aus
In Deutschland sind laut Nabu rund 20 Zeckenarten bekannt. Am häufigsten kommt der Gemeine Holzbock vor. In den vergangenen Jahren wurden jedoch auch Arten beobachtet, die ursprünglich aus Südeuropa stammen. Dazu zählt etwa die Wiesenzecke.
Der Nabu sammelt derzeit Meldungen aus der Bevölkerung. Wer eine Zecke entdeckt, kann ein Foto machen und es im Rahmen eines Mitmachprojekts melden. So soll besser erfasst werden, wo neue Arten auftreten und welche Tiere sie befallen.
Gesundheitsrisiko durch Zeckenbisse
Zecken können Krankheiten übertragen. Dazu gehören die Lyme Borreliose und die Frühsommer Meningoenzephalitis FSME. Nach Angaben des Landesuntersuchungsamts lagen die gemeldeten Borreliosefälle im Jahr 2025 über den Zahlen der vier Jahre davor. Sie bleiben jedoch unter den Werten aus den Jahren von 2012 bis 2020.
Die FSME Fallzahlen sind in den vergangenen Jahren weitgehend konstant geblieben. In Rheinland-Pfalz gilt der Landkreis Birkenfeld als FSME Risikogebiet.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die FSME Impfung für Menschen mit erhöhtem Risiko. Dazu gehören etwa Beschäftigte in der Landwirtschaft oder Personen, die sich häufig im Freien aufhalten.
Wo Zecken besonders häufig vorkommen
Zecken leben vor allem in Bereichen mit dichtem Bewuchs und feuchtem Mikroklima.
- Wälder und Waldränder
- Wiesen und hohes Gras
- Flussauen und Gebüsche
Nach Aufenthalten in solchen Gebieten sollte der Körper gründlich nach Zecken abgesucht werden. Geschlossene Schuhe und lange Kleidung können das Risiko eines Bisses verringern. Zeckensprays bieten zusätzlichen Schutz, wirken jedoch nur für begrenzte Zeit.
Auch Haustiere können von Zecken befallen werden. Fachleute raten, geeignete Mittel in tierärztlicher Beratung auszuwählen. Einige Wirkstoffe, die für Hunde geeignet sind, können für Katzen gefährlich sein. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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