Wohngeld in Rheinland-Pfalz: Kürzungen treffen viele Haushalte
- Auch in Rheinland-Pfalz werden Menschen nach dem Greifen der Kürzungen in die Grundsicherung fallen. (Archivfoto)
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Rheinland-Pfalz. Auf viele Haushalte im Land könnten beim Wohngeld schon im kommenden Jahr spürbare Einbußen zukommen. Hintergrund sind Kürzungspläne des Bundes, die nach Angaben aus Regierungskreisen alle Wohngeldhaushalte betreffen könnten.
Ein Gesetzentwurf aus dem Bundesbauministerium sieht vor, beim Wohngeld im nächsten Jahr 1,5 Milliarden Euro einzusparen. Ab 2028 sollen es zwei Milliarden Euro pro Jahr sein. Das rheinland-pfälzische Wohnungsministerium verweist auf Berechnungen des Bundes. Demnach könnte rund ein Drittel der bisher Anspruchsberechtigten künftig kein Wohngeld mehr erhalten.
Was sich beim Wohngeld ändern soll
Geplant sind Einschnitte an drei Stellen. Das Wohngeld soll vorerst nicht mehr an Inflation und Mietpreisentwicklung angepasst werden. Zudem soll die Heizkostenkomponente halbiert werden. Auch die Wohngeldformel soll so verändert werden, dass weniger Haushalte Anspruch auf die Leistung haben. Wer bislang an der oberen Einkommensgrenze liegt, könnte ganz aus dem Bezug fallen.
In Rheinland-Pfalz bezogen Ende 2024 knapp 49.000 Haushalte Wohngeld. Darunter waren gut 25.300 Einpersonenhaushalte. Besonders häufig wurde die Leistung in absoluten Zahlen im Kreis Mayen-Koblenz mit 2.850 Empfängerhaushalten gezahlt, gefolgt vom Kreis Neuwied mit 2.665.
Deutlich mehr Empfänger seit Wohngeld Plus
Die Zahl der Empfängerhaushalte ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Ende 2023 erhielten knapp 44.200 Haushalte Wohngeld. Ende 2022 waren es noch rund 24.300. Ein Grund ist das Wohngeld Plus, mit dem der Kreis der Berechtigten ausgeweitet worden war.
Der Sozialverband VdK warnt vor den Folgen. Landeschef Willi Jäger sagt, gerade ältere Menschen und oft alleinlebende Rentnerinnen seien auf die Unterstützung angewiesen. Für viele sei das Wohngeld kein Zuschuss, sondern die Voraussetzung, in der eigenen Wohnung bleiben zu können.
Auch Kommunen könnten stärker belastet werden
Nach Einschätzung des Bundes dürften durch die Kürzungen mehr Menschen in die Grundsicherung wechseln. Dadurch entstehen den Kommunen bundesweit im kommenden Jahr voraussichtlich Mehrkosten von 33 Millionen Euro. Für 2028 werden 58 Millionen Euro erwartet. Belastbare Zahlen nur für Rheinland-Pfalz liegen nach Ministeriumsangaben derzeit nicht vor.
Hinzu kommt, dass nicht alle Betroffenen Grundsicherung beantragen. Der VdK verweist auf Scham und Unwissenheit. Anders als beim Wohngeld müssten dafür oft zunächst Rücklagen aufgebraucht werden.
So hoch war das Wohngeld zuletzt im Schnitt
Ende 2024 lag das durchschnittliche monatliche Wohngeld in Rheinland-Pfalz laut Ministerium bei 212 Euro für einen Einpersonenhaushalt. Für zwei Personen waren es im Schnitt 230 Euro, für drei Personen 274 Euro und für vier Personen 382 Euro.
Nach Angaben aus der Landespolitik sind in Rheinland-Pfalz auch viele Familien betroffen. Rund 19.500 Wohngeldhaushalte hatten Kinder, darunter 4.950 Haushalte von Alleinerziehenden. Kritik an den Plänen kommt deshalb nicht nur vom VdK und von den Grünen, sondern auch aus der SPD im Land. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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