Wespennest am Haus: Warum Selbst-Entfernen teuer werden kann
- Wespennest am Haus: Entfernung nicht in Eigenregie, Bußgelder möglich.
- Foto: ADAC SE, Foto: Oliver Doll
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Wespennest entfernen lassen. Ein Wespennest am Balkon, im Rollladenkasten oder auf dem Dachboden sollte nicht selbst beseitigt werden, weil Wespen und Hornissen geschützt sind und bei falscher Behandlung hohe Bußgelder drohen.
Darauf weist die ADAC SE mit Verweis auf eine aktuelle, repräsentative Befragung der ADAC Zuhause Versicherung hin. Demnach wissen 72 Prozent der Befragten, dass unsachgemäßes Verhalten bei Wespen strafbar ist. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als bei der letzten Befragung 2025. Befragt wurden 2.077 Personen ab 18 Jahren, die in einem eigenen Haushalt oder in einer Wohngemeinschaft leben.
Alltagsnah wird das Thema vor allem im Sommer. Viele Haushalte erleben dann, dass sich die Tiere in der Nähe von Sitzplätzen, Fenstern oder Wegen bewegen. In der Umfrage gaben 62 Prozent an, sich in der Nähe eines Wespennestes gestresst zu fühlen.
Wann ein Nest zum echten Problem wird
Wespen und Hornissen gelten laut dem Biologen und Wespennestexperten Stefan Busko nicht grundsätzlich als aggressiv. Kritisch kann es werden, wenn eine Insektengiftallergie im Haushalt besteht. Oft ist Betroffenen nicht bekannt, ob eine Allergie vorliegt. Auch Stiche in den Hals oder Mundbereich können laut Busko selbst ohne Allergie problematisch sein.
Was am Nest Situationen verschärfen kann
Entscheidend ist, die Lage nicht durch falsches Verhalten zu verschlimmern. Nach Einordnung des Experten können diese Punkte die Tiere unnötig provozieren.
- Hektisches Wedeln in Nestnähe.
- Anpusten. Das Kohlendioxid im Atem kann als Alarm wirken.
- Erschütterungen direkt am Nest, etwa beim Hantieren am Rollladenkasten.
Busko ordnet außerdem ein, dass nicht jedes Nest entfernt werden muss. In vielen Fällen sei eine Koexistenz möglich. Eingriffe sollten erst erfolgen, wenn die konkrete Lage es erfordert. Jede Störung kann das Risiko erhöhen.
Bußgelder und Kosten: Was bekannt ist
Bei eigenmächtiger Entfernung, Tötung oder dem Fangen von Wespen und Hornissen sowie beim Zerstören ihrer Nester drohen laut ADAC Hinweise je nach Bundesland und Art hohe Bußgelder. Genannt werden Beträge von teils über 50.000 Euro.
Neben dem rechtlichen Risiko spielt für viele Haushalte auch der Preis eine Rolle. In der ADAC Befragung empfindet die Mehrheit das Entfernen von Wespen- und Hornissennestern als teuer. Nur 16 Prozent sind mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis sehr zufrieden.
Als praktische Konsequenz ergibt sich daraus vor allem eine Abwägung von Lage, Schutz im Haushalt und rechtlichen Risiken. Wenn ein Eingriff nötig wird, ist eine fachkundige, sachgerechte Lösung der risikoärmere Weg. red
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |