Wenn nur einer die Finanzen regelt: Dieses Risiko unterschätzen viele Paare
- Besser zu zweit als allein: Finanzthemen sollten Paare im Idealfall gemeinsam angehen.
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Viele Paare reden über Urlaub, Wohnen und Zukunftspläne – aber deutlich seltener über das, was im Ernstfall wirklich entscheidend wird: Geld, Konten und Verträge. Genau diese Lücke kann schnell zum Problem werden, wenn eine Person plötzlich ausfällt.
In vielen Beziehungen kümmert sich über Jahre hinweg nur ein Partner um alle finanziellen Themen. Das wirkt im Alltag praktisch, kann aber laut Fachleuten gefährlich werden. „Wenn sich innerhalb einer Ehe oder Partnerschaft über Jahre hinweg nur eine Person um Finanzen, Geldanlagen und Vertragsangelegenheiten kümmert, entsteht ein erhebliches Risiko“, warnt Michael Craatz von der Vermögensverwaltung Hansen & Heinrich.
Der Grund ist simpel: Stirbt oder erkrankt diese Person schwer, fehlt dem anderen oft jede Orientierung. Welche Konten gibt es? Wo liegen Versicherungen? Welche Verträge laufen? Und wie ist das Vermögen überhaupt aufgeteilt? In einer emotional belastenden Situation müssen dann Entscheidungen getroffen werden, für die vorher jede Struktur gefehlt hat.
Warum das Problem oft unterschätzt wird
Das Risiko entsteht nicht durch mangelnde Liebe oder Vertrauen, sondern durch Gewohnheit. Einer „macht das schon“, der andere hält sich raus. Über Jahre entsteht so eine stille Arbeitsteilung, die im Alltag funktioniert – aber im Ernstfall zur Überforderung führen kann.
Hinzu kommt: Finanzielle Entscheidungen müssen dann oft unter Zeitdruck und emotionaler Belastung getroffen werden. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit für Fehler oder überstürzte Schritte.
Checkliste: So machen Paare ihre Finanzen krisenfest
1. Beide sollten den Überblick haben
Alle wichtigen Konten, Depots, Kredite und Versicherungen sollten beiden Partnern bekannt sein – inklusive Zugang oder zumindest Zugriff im Notfall.
2. Gemeinsame Finanzübersicht erstellen
Eine zentrale Liste oder digitale Übersicht hilft: Konten, Verträge, wichtige Dokumente und Ansprechpartner bündeln.
3. Zuständigkeiten nicht einseitig vergeben
Besser: Aufgaben teilen. Zum Beispiel einer kümmert sich um Versicherungen, der andere um Spar- oder Anlageprodukte – aber beide bleiben informiert.
4. Wichtige Dokumente zugänglich aufbewahren
Testamente, Vollmachten und Versicherungsunterlagen sollten so abgelegt sein, dass der Partner sie im Ernstfall findet.
5. Regelmäßig gemeinsam prüfen
Mindestens einmal im Jahr gemeinsam Finanzen durchgehen: Was hat sich verändert? Welche Verträge laufen? Welche Risiken gibt es?
Wer Finanzen nicht nur „laufen lässt“, sondern gemeinsam organisiert, reduziert Stress und Unsicherheit im Ernstfall deutlich. Entscheidend ist nicht, wer sich kümmert – sondern dass beide jederzeit handlungsfähig bleiben.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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