Wenn das Spielen dein Leben bestimmt: So erkennst du die Gefahr früh
- Ein schleichender Prozess: Aus gelegentlichem Spielen kann mit der Zeit ein unkontrollierbarer Spieldrang werden. (zu dpa: «Glücksspielsucht erkennen und Hilfe finden»)
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Glücksspielsucht erkennen. Leicht verfügbare Automaten, Onlinepoker und Sportwetten-Apps erhöhen das Risiko, dass Spielen außer Kontrolle gerät. Der praktische Nutzen dieses Überblicks liegt in der frühen Einordnung von Warnsignalen und der Kenntnis kostenloser Hilfsangebote, bevor Schulden, Beziehungsprobleme oder gesundheitliche Folgen den Alltag prägen.
Glücksspielsucht gilt als behandelbare Verhaltenssucht. Fachstellen beschreiben einen schleichenden Verlauf, bei dem anfängliches Gelegenheitsspielen in Kontrollverlust übergeht. Eine frühe Orientierung hilft, problematisches Verhalten von gelegentlichem Spiel zu unterscheiden.
Typische Warnsignale treten oft früh auf
Fachportale nennen wiederkehrende Hinweise, die im Alltag beobachtbar sind. Dazu zählen unter anderem:
- Vorsätze, weniger oder gar nicht zu spielen, werden wiederholt nicht eingehalten.
- Verluste werden durch weiteres Spielen auszugleichen versucht, bekannt als „loss chasing“.
- Spielverhalten wird verheimlicht oder heruntergespielt.
- Es wird mehr Geld eingesetzt, als zur Verfügung steht.
- Geld wird beschafft, um weiterspielen zu können.
- Spielen dient dazu, belastenden Situationen auszuweichen.
Mit zunehmender Bedeutung des Spiels zeigen sich häufig Folgen wie vernachlässigte soziale Kontakte, anhaltende Scham- und Schuldgefühle sowie Überschuldung. Gedanklich kreist vieles um das nächste Spiel.
Selbsttests liefern eine erste Einordnung
Zur Orientierung können anonyme Selbsttests beitragen, etwa auf „www.check-dein-spiel.de“ oder auf „www.bundesweit-gegen-gluecksspielsucht.de“. Sie ersetzen keine Beratung, helfen aber dabei, das eigene Verhalten sachlich einzuordnen.
Beratung ist niedrigschwellig und kostenfrei
Viele Betroffene versuchen zunächst, Probleme allein zu lösen. Gelingt das nicht, stehen professionelle Angebote bereit. Beratungsstellen sind häufig anonym erreichbar, per Telefon, Chat oder E-Mail, und bieten auch persönliche Gespräche vor Ort an. Nach Angaben der Landesfachstelle Glücksspielsucht NRW gelingt es vielen Menschen in Behandlung, dauerhaft spielfrei zu leben. Ein zentraler Schritt ist die Einsicht in das problematische Spielverhalten.
So arbeiten Beratungsstellen
In der Beratung werden Informationen zur Sucht vermittelt, die individuelle Situation besprochen und nächste Schritte geplant. Oft geht es darum, die Funktion des Spielens im Alltag zu verstehen. Darauf aufbauend können Maßnahmen folgen, etwa Selbstsperren für Online-Casinos oder Spielhallen, Einsatz- oder Einzahlungslimits und Gespräche mit Angehörigen.
Viele Stellen vermitteln zusätzlich Schuldnerberatung, psychosoziale Unterstützung sowie Hilfe bei Behörden- oder Therapieanträgen. Bei Bedarf kommen ambulante Verhaltenstherapie, eine stationäre Behandlung in einer Fachklinik oder Selbsthilfegruppen in Betracht.
Ein bundesweites Angebot ist die Telefonberatung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit zur Glücksspielsucht unter der Nummer 0800 1 37 27 00. Die kostenfreie Beratung ist montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr sowie freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr erreichbar. Der Überblick zeigt, dass frühe Einordnung und bekannte Anlaufstellen helfen, Risiken im Alltag zu begrenzen. dpa
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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