Weihnachtsgeschäft in Rheinland-Pfalz: Warum jetzt schon geplant wird

Auf der Rentieralm  sind 19 Tiere zuhause (Archivbild) | Foto: picture alliance / dpa
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Rheinland-Pfalz. Weihnachten hat im Südwesten längst begonnen: Schon mitten im Hochsommer laufen in Rheinland-Pfalz Planungen, Produktionen und Vorbestellungen für Bäume, Schokolade, Adventskalender und Konzerte.

Bei Temperaturen um 30 Grad wirkt das Fest zwar noch fern. In vielen Betrieben, Kirchen und Familienprojekten ist die Weihnachtszeit aber schon jetzt ein wichtiges Thema. Das hat praktische Folgen für Preise, Angebot und Termine in den kommenden Monaten.

Was Verbraucher jetzt wissen können

Schon Ende Juli zeigt sich, worauf sich Kunden zum Jahresende einstellen können.

  • Weihnachtsbäume dürften tendenziell teurer werden. Der Branchenverband erwartet ein geringeres Angebot wie im Vorjahr und weiter hohe Kosten.
  • Schoko-Nikoläuse und Adventskalender sind in der Industrie zum großen Teil bereits produziert.
  • Advents- und Weihnachtskonzerte werden oft viele Monate im Voraus vorbereitet.
  • Weihnachtsdeko ist in einigen Geschäften sogar ganzjährig erhältlich.

Weniger Bäume, höhere Kosten

Nach Angaben des Bundesverbands der deutschen Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger wird 2026 das Angebot an natürlichen Weihnachtsbäumen wie im Vorjahr zurückgehen. Gleichzeitig steigen die Kosten für Erzeugung und Bereitstellung erneut.

Als wichtigste Gründe nennt der Verband höhere Logistik- und Lohnkosten. Viele Arbeitsschritte müssten weiterhin von Hand erledigt werden. Für Endkunden werden je nach Region, Baumart und Größe bei Nordmanntannen Preise von 25 bis 33 Euro pro Meter erwartet. Bei Blaufichten werden 17 bis 22 Euro pro Meter genannt, bei Rotfichten 14 bis 19 Euro pro Meter.

Trotzdem gibt es aus Sicht des Verbands keinen Anlass zur Sorge. Wer zu Weihnachten einen natürlichen Baum aufstellen möchte, solle ein passendes Exemplar finden.

Schokolade und Saisonware sind längst produziert

Beim Schokoladenhersteller Wawi in Pirmasens ist das Weihnachtsgeschäft 2026 in der Produktion bereits weitgehend gelaufen. Nach Unternehmensangaben wurden rund 18 Millionen Artikel für das Fest hergestellt. Dazu gehören Schoko-Nikoläuse, Adventskalender und weitere Saisonartikel.

Etwa 60 Prozent der Ware gehen demnach in den Export. Parallel richten sich die Planungen in Pirmasens bereits auf Ostern. Grund dafür sind die langen Vorlaufzeiten in der Süßwarenbranche.

Etwas Entlastung bringt laut Wawi der Kakaomarkt. Nach den extremen Preissprüngen der vergangenen Jahre hätten sich die Preise zuletzt auf hohem Niveau stabilisiert. Historisch teuer bleibe Kakao dennoch.

Von Rentieren bis Weihnachtsmusik

Wie präsent das Thema schon im Sommer ist, zeigen auch mehrere Beispiele aus Rheinland-Pfalz. In Niederhausen an der Nahe betreibt Sonja Persch-Jost mit ihrem Mann eine Rentier-Alm mit 19 Tieren. Dort ist Weihnachten nach ihren Worten das ganze Jahr über spürbar. Geplant ist ein Weihnachtsdorf mit Haus für den Weihnachtsmann. Die Baugenehmigungen liegen nach ihren Angaben inzwischen vor.

Auch Schlagersänger Guildo Horn aus Trier beschäftigt sich nach eigenen Worten schon dauerhaft mit Weihnachten. Seine Weihnachtstour werde bereits während der laufenden Konzerte für das Folgejahr vorbereitet. Für dieses Jahr sei zudem eine neue Weihnachtssingle entstanden.

Deko, Adventskalender und Krippe

In Rüdesheim am Rhein verkauft Käthe Wohlfahrt ganzjährig Weihnachtsdeko. Besonders in der Reisezeit kaufen dort laut Unternehmen viele Touristen aus den USA, Australien und Japan ein. Beliebt seien im Sommer vor allem Räuchermännchen und Holzartikel. Auch in Mainz gibt es Geschäfte mit großer Auswahl an Weihnachtsschmuck.

In Hermeskeil werden in der ersten Augustwoche rund 1000 Adventskalender gepackt, die seit Jahresbeginn entwickelt wurden. Geplant sind Themenausgaben für Imker, Hundehalter und Wanderfreunde sowie ein Schrottwichtel-Adventskalender. Der Verkauf soll ab Oktober im Internet starten.

Im Speyerer Dom beginnt die Vorbereitung ebenfalls früh. Sakristan Markus Belz kümmert sich schon im Sommer um Aufbauideen für die Weihnachtskrippe und um Pflanzen, die ab Anfang Dezember Teil der Krippenlandschaft werden. Der Weihnachtsbaum für den Dom wird Ende August bestellt. Auch die Musik für Weihnachten steht nach Angaben des Domkapellmeisters bereits fest. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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