Warnung im Schwarzwald: Bergwacht meldet deutlich mehr Einsätze

Die Bergwacht Schwarzwald ist dieses Jahr schon mehr als 700 Mal im Einsatz gewesen. (Archivbild) | Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
  • Die Bergwacht Schwarzwald ist dieses Jahr schon mehr als 700 Mal im Einsatz gewesen. (Archivbild)
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Schwarzwald. Wanderungen und Radtouren im Schwarzwald wirken oft harmlos. Nach Einschätzung der Bergwacht werden die Risiken jedoch häufig unterschätzt. Immer wieder geraten Menschen in Situationen, für die Kondition oder Erfahrung nicht ausreichen.

Der Landesvorsitzende der Bergwacht Schwarzwald, Adrian Probst, sagte der „Badischen Zeitung“, manche überschätzten sich. Hochwertige Ausrüstung verleite dazu, mehr zu wagen als körperlich möglich sei. „Nur weil jemand Hightech-Schuhe für 200 Euro gekauft hat, kann er nicht automatisch mehr leisten, als die eigene Kondition hergibt.“

Auch im Mittelgebirge gibt es alpine Risiken

Viele Wege im Schwarzwald seien anspruchsvoller als angenommen. Laut Bergwacht gibt es Abschnitte mit subalpinen oder alpinen Anforderungen. Dazu gehören etwa Passagen mit Absturzgefahr oder rutschigem Untergrund. Teilweise sei Trittsicherheit nötig oder das Festhalten an einem Sicherungsseil über mehrere Meter.

Typische Gefahren bei Touren im Schwarzwald sind laut Bergwacht unter anderem:

  • rutschige oder ausgesetzte Wanderpassagen
  • fehlende Kondition bei langen Touren
  • Selbstüberschätzung durch moderne Ausrüstung
  • Unfälle bei schnellen Abfahrten mit dem Rad

Deutlich mehr Einsätze als früher

Die Zahl der Rettungseinsätze ist in den vergangenen Jahrzehnten stark gestiegen. In diesem Jahr verzeichnete die Bergwacht Schwarzwald bereits mehr als 700 Einsätze. Anfang der 1990er Jahre waren es im gesamten Jahr rund 250.

Seit 2015 liegt die Zahl laut Bergwacht regelmäßig bei über 1.500 Einsätzen pro Jahr. Etwa die Hälfte entfällt auf den Sommer und die andere Hälfte auf den Winter.

E-Bikes erhöhen Unfallrisiko

Ein Grund für die Entwicklung ist nach Angaben der Bergwacht, dass deutlich mehr Menschen ihre Freizeit in der Natur verbringen. Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter der Aktiven.

Besonders bei E-Bikes beobachtet die Bergwacht ein erhöhtes Unfallrisiko. Die Räder sind schwer und erreichen schnell hohe Geschwindigkeiten. Probleme entstehen laut Probst vor allem bei Abfahrten. Manche Fahrer hätten Schwierigkeiten, Gewicht und Bremsen moderner E-Bikes richtig zu kontrollieren. In Einzelfällen habe es dabei auch tödliche Unfälle gegeben. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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