Warnung aus Stuttgart: Leitungen im Garten vor Graben prüfen

Beim Buddeln im Garten muss man aufpassen. | Foto: Bernd Weißbrod/dpa
  • Beim Buddeln im Garten muss man aufpassen.
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Stuttgart. Beim Ausheben eines Teichs oder beim Setzen von Pflaster im Garten können unsichtbare Leitungen schnell zum Risiko werden. Stromkabel, Gasrohre oder Wasserleitungen liegen oft nur wenige Zentimeter unter der Erde. Werden sie beschädigt, drohen Stromschläge, Gasaustritte oder hohe Reparaturkosten.

Darauf weist der Netzbetreiber Netze BW hin. Gerade im Frühjahr häufen sich demnach Schäden an Versorgungsleitungen. Ursache sind häufig Garten und Bauarbeiten auf Privatgrundstücken.

Wo im Garten Gefahr droht

Kleine Arbeiten wie das Einpflanzen einzelner Blumen gelten meist als unproblematisch. Anders sieht es bei größeren Projekten aus. Dazu zählen etwa das Ausheben eines Gartenteichs oder das Setzen von Randsteinen und Pflasterflächen.

Leitungen können auch quer über Privatgrundstücke verlaufen. Das betrifft Strom, Gas, Wasser und Telekommunikation.

Vor dem Graben Leitungsauskunft einholen

Eigentümer und Bauherren müssen sich vor Erdarbeiten über mögliche Leitungen informieren. Eine Möglichkeit ist die Anfrage beim örtlichen Netzbetreiber. Auch Onlineportale wie die Bund Länder Initiative Leitungsauskunft bieten kostenfreie Hinweise zu zuständigen Unternehmen und Notrufnummern.

Branchenexperten weisen jedoch darauf hin, dass die Informationen nicht immer vollständig sind. Besonders im Bereich Telekommunikation gibt es viele Anbieter und unterschiedliche Leitungsnetze.

Pläne stimmen nicht immer mit der Realität überein

Selbst vorhandene Leitungskarten können ungenau sein. Laut Netze BW kann die tatsächliche Tiefe von Kabeln abweichen. Das gilt vor allem für ältere Leitungen.

In Einzelfällen liegen Kabel deutlich näher an der Oberfläche als vorgesehen. Fachleute berichten sogar von Leitungen, die nur rund zehn Zentimeter unter Pflaster verlegt waren.

Diese Vorsichtsregeln gelten bei Arbeiten

Wer in der Nähe von Leitungen arbeitet, sollte besonders vorsichtig vorgehen.

  • Schwere Baumaschinen im Schutzbereich vermeiden.
  • Erde möglichst mit Spaten oder Schaufel von Hand abtragen.
  • Freigelegte Leitungen sofort dem Netzbetreiber melden.
  • Bei Hochspannungs oder Hochdruckleitungen vorher Genehmigungen einholen.

Für Stromkabel gelten normalerweise Mindesttiefen. Im Niederspannungsbereich liegen sie meist etwa 60 Zentimeter tief. Bei Mittelspannung etwa 80 Zentimeter. Auf privaten Grundstücken kann die Tiefe später durch Bauarbeiten oder Erdbewegungen verändert werden.

Was bei einer beschädigten Leitung zu tun ist

Wird beim Graben eine Leitung getroffen, sollten die Arbeiten sofort gestoppt werden. Der Bereich sollte gesichert und der zuständige Netzbetreiber informiert werden. Je nach Situation können auch Feuerwehr oder Polizei erforderlich sein.

Hohe Kosten bei Schäden möglich

Wer eine Leitung beschädigt, muss in der Regel für Reparatur und Folgeschäden aufkommen. Schon Schäden an Hausanschlusskabeln können mehrere tausend Euro kosten. Bei größeren Kabeln sind auch fünfstellige Beträge möglich.

Viele Versicherungen verlangen deshalb vor Tiefbauarbeiten eine vorherige Kabel und Leitungsauskunft.

Schäden an Versorgungsleitungen kommen laut Netzbetreibern regelmäßig vor. Besonders im Frühjahr zeigen sich die Folgen häufig durch Stromausfälle im Niederspannungsnetz, die Haushalte oder Straßenbeleuchtungen betreffen können. Verletzte Menschen bleiben jedoch die Ausnahme. dpa/red

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Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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