Volksparteien ohne Volk - Im Osten gescheitert? Darum geht es

Volksparteien ohne Volk - Im Osten gescheitert?: Eine Protestszene aus Thüringen als Bild zum Film über die Krise von CDU und SPD in Ostdeutschland. | Foto: rbb - Rundfunk Berlin-Brandenburg, Foto: Jens-Ulrich Koch
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Volksparteien ohne Volk - Im Osten gescheitert?. Warum haben CDU und SPD in Ostdeutschland so viel Vertrauen verloren. Genau dieser Frage geht eine neue 60-minütige Dokumentation nach, die ab am 17. Juli in der ARD Mediathek abrufbar ist.

Am am 22. Juli läuft der Film um 20.15 Uhr im rbb Fernsehen. Er zeichnet die Entwicklung beider Parteien seit der deutschen Einheit nach und nimmt dabei auch politische Wendepunkte der vergangenen Jahrzehnte in den Blick.

Was seit der Einheit schiefgelaufen sein soll

Zu Wort kommen unter anderem Zeitzeugen aus der Politik. Der langjährige Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz sagt: „Mit der Partei, in die ich 1990 eingetreten bin, hat die heutige CDU nichts mehr zu tun",.

Auch Stephan Hilsberg blickt auf die SPD und formuliert Selbstkritik: „Wir waren nicht mutig genug, die Interessen der Ostdeutschen zu vertreten". Autorin und Journalistin Jana Hensel ordnet die Entwicklung historisch ein und verweist darauf, dass CDU und SPD trotz Vereinigung mit ostdeutschen Parteien und ehemaligen DDR-Blockparteien lange weitgehend westdeutsch geprägt geblieben seien.

Volksparteien ohne Volk - Im Osten gescheit?: Von PDS zur AfD

Die Doku zeigt außerdem, wie die aus der SED hervorgegangene PDS sich als Interessenvertretung vieler Ostdeutscher etablieren konnte. Später sei es der AfD gelungen, in politische Räume vorzustoßen, die aus Sicht vieler Bürgerinnen und Bürger von den Volksparteien nicht mehr besetzt wurden.

Als Themen, die Menschen bereits in den 1990er-Jahren beschäftigten, nennt der Film unter anderem Sorgen um Arbeitsplätze, Deindustrialisierung, Kriminalität, gesellschaftliche Veränderungen und Partizipation. Viele dieser Erfahrungen wirkten bis heute nach, und Zweifel an der Funktionsfähigkeit der Parteiendemokratie seien demnach nicht erst in der Gegenwart entstanden.

Wer hinter dem Film steht

Hinter der Dokumentation stehen die Filmemacher Jan N. Lorenzen und Ann-Marie Amthor. Lorenzen wurde unter anderem mit dem Grimme-Preis geehrt und erhielt für „Wir waren in der AfD" weitere Auszeichnungen, darunter den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis sowie den Blauen Panther.

In „Volksparteien ohne Volk - Im Osten gescheitert?" fragen Lorenzen und Amthor, welche Folgen politische Versäumnisse der Vergangenheit für das Verhältnis vieler Ostdeutscher zur Demokratie heute haben. „Wir waren nicht mutig genug, die Interessen der Ostdeutschen zu vertreten", sagt Stephan Hilsberg. [red]

Autor:

Stephanie Walter aus Wochenblatt Kaiserslautern

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