Verhütung im Urlaub sicher halten: Was bei Hitze und Pille zählt
- Muss man sich kurz nach der Pilleneinnahme übergeben oder hat Durchfall, ist der Verhütungsschutz nicht mehr gewährleistet.
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Verhütung im Urlaub sicher halten. Auch bei Hitze, Zeitverschiebung oder Magen-Darm-Infekt bleibt Verhütung meist zuverlässig, wenn Einnahmeabstände eingehalten und Störfaktoren richtig eingeordnet werden.
Im Sommer können Reisen, ungewohnte Tagesabläufe und hohe Temperaturen den Zyklus verschieben. Die Blutung kommt dann früher, bleibt aus oder fällt stärker aus. Für den Alltag wichtiger ist aber eine andere Frage. Worauf kommt es an, damit die Verhütung trotz Urlaub verlässlich bleibt.
Wer die Pille nimmt, sollte vor der Reise das zulässige Einnahmefenster in der Packungsbeilage prüfen. Darauf verweist der Berufsverband für Frauenärztinnen und Frauenärzte. Eine Zeitverschiebung macht die Verhütung nicht automatisch unwirksam. Entscheidend ist, dass der erlaubte Abstand zwischen zwei Tabletten nicht überschritten wird. Je nach Präparat und Wirkstoff gibt es dabei deutliche Unterschiede. Besonders eng kann das Zeitfenster bei reinen Gestagenpillen sein.
Erbrechen und Durchfall können die Wirkung beeinträchtigen
Kommt es kurz nach der Einnahme zu Erbrechen oder hält Durchfall länger an, wird der Wirkstoff womöglich nicht vollständig aufgenommen. In solchen Fällen gilt laut Berufsverband die Einordnung wie bei einer vergessenen Einnahme. Maßgeblich sind die Hinweise in der Packungsbeilage.
Betroffen sind nur oral eingenommene Verhütungsmittel. Kupfer- und Hormonspiralen sowie Verhütungsimplantate behalten ihre Wirkung auch bei Magen-Darm-Erkrankungen.
Hitze, Alkohol und kurze Nächte verfälschen Messwerte
Wer mit der symptothermalen Methode verhütet, sollte im Urlaub besonders genau dokumentieren. Veränderte Messzeiten, kurze oder unterbrochene Nächte, Alkoholkonsum, Fieber und Erkrankungen können die Temperaturmessung beeinflussen. Der Verband ordnet deshalb zusätzliche Kondome als sinnvolle Absicherung ein.
Auch bei Transport und Lagerung kommt es auf den Schutz vor Wärme an. Pillen können ab 30 Grad an Wirkung verlieren und sollten deshalb nicht im Auto oder in direkter Sonne liegen. Kondome können durch Hitze ebenfalls beschädigt werden.
Ein verschobener Zyklus ist bei Sommerhitze oft erklärbar
Starke Hitze kann den Zyklus verschieben. Weil sich die Gefäße weiten, kann auch die Blutung stärker ausfallen. Zusätzlich können starkes Schwitzen, Kreislaufbeschwerden und Regelschmerzen zunehmen. Das ist zunächst kein Hinweis auf ein ernstes Problem.
Praktisch wichtig bleiben ausreichend Flüssigkeit sowie eine gute Versorgung mit Elektrolyten und Magnesium. Ungewöhnlich starke, lang anhaltende oder sehr schmerzhafte Blutungen sollten ärztlich abgeklärt werden. Für den Alltag gilt damit vor allem eines. Im Urlaub bleibt Verhütung vor allem dann sicher, wenn Einnahmezeiten, Hitze und Magen-Darm-Beschwerden mitgedacht werden. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |