Verbrennungen beim Grillen vermeiden: So schützen Eltern Kinder

Eltern sollten ihre Kinder beim Grillen stets im Blick behalten. (zu dpa: «Verbrennungen am Grill: So schützen Eltern ihre Kinder») | Foto: dpa
  • Eltern sollten ihre Kinder beim Grillen stets im Blick behalten. (zu dpa: «Verbrennungen am Grill: So schützen Eltern ihre Kinder»)
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Verbrennungen beim Grillen vermeiden. Beim Grillen sinkt das Risiko für Kinder deutlich, wenn sie zwei bis drei Meter Abstand zum Grill halten und auf Brandbeschleuniger wie Spiritus verzichtet wird. Gerade in hektischen Momenten vor dem Essen können genau solche Fehler zu schweren Verletzungen führen.

Brandbeschleuniger wie Spiritus können Verpuffungen auslösen, die eine plötzliche, extreme Hitzeentwicklung und eine Stichflamme mit sich bringen. Besonders heikel: «Kinder sind häufig mit dem Gesicht in der Höhe der Verpuffung und erleiden durch die Flammen dramatische Verletzungen im Gesicht, an Oberkörper und Armen sowie Händen», beschreibt Joachim Suß von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie.

Auch ohne Spiritus bleibt ein heißer Grill für Kleinkinder riskant, etwa wenn sie an das Gerät fassen oder es umkippt. Nach Einschätzung von Paulinchen, der Initiative für brandverletzte Kinder, hilft ein Sicherheitsabstand von zwei bis drei Metern. Zudem sollte der Grill einen festen Stand haben.

Auch nach dem Essen bleiben Kohlen lange heiß

Mit dem Ende des Grillens ist die Verbrennungsgefahr nicht automatisch vorbei. Kohlen speichern Hitze oft deutlich länger, als im Alltag vermutet wird. Werden heiße Grillkohlen auf den Boden gekippt, kann es zu Verbrennungen an den Füßen kommen, wenn Kinder darüberlaufen.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie rät deshalb dazu, Kohlen vollständig abbrennen zu lassen und sie erst danach abzulöschen.

Bei Verbrennungen zählt die richtige erste Reaktion

Was tun, wenn es trotz aller Vorsicht zu einem Grillunfall gekommen ist? «Verbrennungen sollten, wenn die Eltern keine Erfahrung haben, immer ärztlich begutachtet werden», so Katrin Scherwatzki, die als Fachkrankenschwester auf Verbrennungen spezialisiert ist. Bei kleineren Verbrennungen gilt die Kinderarztpraxis als passende Anlaufstelle, bei größeren Verletzungen die Notaufnahme im Krankenhaus.

Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollte die Verbrennungswunde laut Paulinchen für circa 10 Minuten mit handwarmem Wasser von etwa 20 Grad gekühlt werden.

  • Gekühlt wird für etwa 10 Minuten.
  • Das Wasser sollte handwarm sein und etwa 20 Grad haben.
  • Bei großflächigen Verletzungen mit mehr als 15 Prozent der Körperoberfläche, bei Babys und bei Bewusstlosigkeit kann Kühlen den Kreislauf zu stark belasten.

Für Familien heißt das vor allem: Abstand, ein standsicherer Grill und vorsichtiger Umgang mit Kohle senken das Risiko im Alltag spürbar. dpa/red

Autor:

Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern

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