Verbot für Smart Glasses in Baden‑Württemberg‑Bädern geplant

Über den Missbrauch von Smart Glasses gibt es bisher nicht viele Erkenntnisse. Doch die Schwimmbäder wappnen sich. (Symbolbild) | Foto: Christoph Schmidt/dpa
  • Über den Missbrauch von Smart Glasses gibt es bisher nicht viele Erkenntnisse. Doch die Schwimmbäder wappnen sich. (Symbolbild)
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Stuttgart. In öffentlichen Schwimmbädern in Baden Württemberg könnten Kamerabrillen künftig ausdrücklich verboten werden. Betreiber wollen damit heimliche Foto und Videoaufnahmen verhindern und vor allem Kinder besser schützen.

Die Arbeitsgemeinschaft öffentliche Bäder Baden Württemberg prüft nach eigenen Angaben, Smart Glasses in Haus und Badeordnungen aufzunehmen. Diese Brillen besitzen Kamera und Mikrofon und sehen oft wie normale Sonnenbrillen aus. Genau das macht sie für Aufsichtspersonal schwer erkennbar.

Arge Vorsitzender Necdet Mantar erklärte, das Thema stehe bei der nächsten Tagung der Betreiber auf der Tagesordnung. Die Risiken im Alltag würden als relativ hoch eingeschätzt. Deshalb müsse der Umgang mit solchen Geräten künftig klar geregelt werden.

Schwer von normalen Brillen zu unterscheiden

Besonders sensibel ist laut Betreibern der Kleinkinderbereich. Mitarbeitende in den Bädern haben bereits die Anweisung, genauer darauf zu achten, dass keine unerlaubten Aufnahmen entstehen.

Smart Glasses seien jedoch oft kaum von normalen Brillen zu unterscheiden. Auch große Hersteller produzieren entsprechende Modelle. Für das Personal sei eine eindeutige Erkennung daher schwierig.

Die Karlsruher Bäder bestätigen dieses Problem. Moderne Geräte ließen sich optisch oft nicht eindeutig identifizieren. Beschäftigte seien deshalb für auffälliges Verhalten sensibilisiert. Bei Verdachtsfällen würden Gäste angesprochen und die Situation überprüft.

Aufnahmen anderer Gäste grundsätzlich verboten

Grundsätzlich gilt bereits jetzt in vielen Schwimmbädern. Foto und Videoaufnahmen anderer Menschen ohne Einwilligung sind untersagt.

Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen weist darauf hin, dass einzelne Bäder diese Regel zunehmend präzisieren. In Potsdam sollen Smart Glasses ausdrücklich in der Haus und Badeordnung genannt werden. Dort wird auf die Gefahr hingewiesen, dass Aufnahmen unbemerkt entstehen und später in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden könnten.

Andere Städte gehen einen anderen Weg. In Berliner Schwimmbädern sind Smart Glasses nicht separat aufgeführt. Das generelle Verbot von Aufnahmen fremder Personen gilt dort für alle Geräte.

Umfrage zeigt große Sorge vor heimlichen Aufnahmen

Wie sensibel das Thema ist, zeigt auch eine repräsentative Umfrage im Auftrag des SWR. 85 Prozent der Befragten sehen heimliche Filmaufnahmen in privaten oder intimen Momenten als großes gesellschaftliches Problem. Unter Frauen liegt der Anteil sogar bei 89 Prozent.

Konkrete Fälle in den Bädern sind bisher kaum bekannt. Auch die Stuttgarter Bäder melden bislang keine Beschwerden. Beschäftigte sprechen jedoch bei verdächtigem Verhalten Gäste an. Bei Verstößen droht ein Haus und Badeverbot. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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