Urlaub mit Hund: So klappt Einreise, Sicherung und Ankunft
- Urlaub mit Hund: Einreise, Impfungen und sichere Sicherung im Auto im Überblick.
- Foto: ADAC Hessen-Thüringen e.V.
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Urlaub mit Hund. Wer Papiere, Impfungen und die Sicherung im Auto vorab klärt, vermeidet Stress an der Grenze und kommt mit dem Vierbeiner sicher am Urlaubsort an.
Urlaub mit Hund wird immer beliebter, doch in vielen Ländern gelten andere Regeln als zu Hause. Der ADAC Hessen-Thüringen e.V. fasst zusammen, worauf es bei Einreise, Transport und Verhalten vor Ort ankommt, damit es keine unangenehmen Überraschungen gibt.
Wichtig ist vor allem die Kombination aus gültigen Dokumenten, passendem Impfschutz und einer sicheren Beförderung. Dazu kommen je nach Reiseland Vorgaben wie Leinenzwang oder Maulkorbpflicht.
Einreise und Unterlagen: Das gehört ins Reisegepäck
Für Reiseziele innerhalb der Europäischen Union muss der blaue EU-Heimtierausweis mitgeführt werden. Darin sind unter anderem die Tollwut-Impfung und die Registrierung per Microchip vermerkt.
Außerdem sollte die Haftpflicht-Versicherungsnummer griffbereit sein. Vor der Reise ist sinnvoll zu prüfen, ob der Hund auch im Ausland versichert ist. Zusätzlich braucht der Vierbeiner den für das jeweilige Reiseland nötigen Impfschutz. Damit Impfungen rechtzeitig wirksam sind, kann ein Tierarzttermin einige Wochen vor Reisebeginn helfen. Der Tollwut-Impfschutz gilt zum Beispiel erst nach 21 Tagen als wirksam. Je nach Urlaubsort werden zudem Maßnahmen gegen Herzwürmer, Leishmaniose und weitere Erkrankungen empfohlen.
Vor Ort können ebenfalls Einschränkungen gelten. In vielen Ländern herrscht Leinenzwang, etwa in Italien und Spanien, und auch in Dänemark bei Waldspaziergängen. Teilweise muss ein Maulkorb mitgeführt werden.
Falls ein Hund im Urlaub entläuft, hilft eine klare Kennzeichnung. Praktisch ist ein Eintrag mit Urlaubsadresse und Telefonnummer am Halsband. Ein am Halsband befestigtes GPS-Gerät kann die Standortermittlung erleichtern. Bei gechipten Hunden können Halterdaten europaweit ausgelesen werden.
Sichere Anreise: Hund im Auto richtig sichern
Bei Autofahrten gelten besondere Beförderungsbestimmungen, weil Hunde in Deutschland rechtlich als Ladung gelten und gesichert werden müssen. Für eine sichere Fahrt eignen sich Transportboxen aus Kunststoff, die idealerweise im hinteren Fußraum stehen.
Dabei gilt: Die Box sollte nicht zu groß sein. Sonst steigt das Verletzungsrisiko, wenn der Hund bei Brems- oder Ausweichmanövern im Inneren herumgeschleudert wird. Steht die Box im Kofferraum, sollte sie zusätzlich mit Gurten gesichert werden, damit nichts rutscht.
Kann ein Tier nicht in einer Box transportiert werden, sind Autogeschirre und Gurtsysteme eine Alternative. Sie sollen verhindern, dass der Hund bei plötzlichen Lenkbewegungen nach vorne oder zur Seite geschleudert wird.
Auch bei Zug, Fähre oder Flugzeug lohnt ein früher Blick in die Beförderungsbestimmungen des jeweiligen Anbieters, denn oft gibt es Vorgaben zu Größe und Gewicht. In der Praxis ist eine rechtzeitige Buchung hilfreich.
Pausen, Wasser, Hitze: Was unterwegs schnell vergessen wird
Je nach Hund sollten mindestens alle zwei bis drei Stunden Pausen eingeplant werden. In dieser Zeit kann der vierbeinige Begleiter trinken und fressen sowie Auslauf bekommen. Um auf Staus und Verzögerungen reagieren zu können, sollte im Auto genug Wasser für Mensch und Tier vorhanden sein.
Während der Fahrt gilt es Zugluft zu vermeiden. Auch wenn viele Tiere gerne die Schnauze in den Wind halten, kann das zu schmerzhaften Augenentzündungen führen. Wenn ein Hund Autofahrten schlecht verträgt, kann der Tierarzt zu Maßnahmen gegen Reisekrankheit beraten. Bei empfindlichen Tieren kann es sich außerdem anbieten, während der Fahrt nicht zu füttern. Autofahrten sollten zuvor trainiert werden, damit das Tier sich an die Situation gewöhnt.
Wichtig ist zudem der Umgang mit Hitze. Hunde sollten niemals allein im geparkten Auto bleiben. Das Wageninnere kann sich bei sommerlichen Temperaturen innerhalb weniger Minuten stark aufheizen. Wer die Mittagshitze meiden möchte, startet eher spätabends, nachts oder am frühen Morgen.
Reiseziel wählen: Regeln, Klima und Hundestrände einplanen
Bei der Wahl des Urlaubsziels spielen Vorlieben und körperliche Eigenschaften des Tieres eine Rolle. Langhaarige Hunde fühlen sich im Sommer im Süden oft weniger wohl. Alte oder schwache Hunde haben an einer Bergtour häufig wenig Freude. Zusätzlich können Faktoren wie Entfernung, Reiseart und tierärztliche Versorgung vor Ort in die Entscheidung einfließen.
Je nach Reiseland gibt es teils strenge Einreisebestimmungen. Die Vorgaben mancher Länder wie Norwegen, Großbritannien, Finnland oder die Türkei sind so umfangreich, dass ein spontaner Kurztrip mit Hund oft nicht möglich ist. In manchen Ländern existieren zudem spezielle Regelungen für bestimmte Rassen.
Unkomplizierter ist oft Urlaub im eigenen Land. Auch viele direkte Nachbarländer wie die Niederlande, Frankreich, Italien, Österreich oder die Schweiz sind auf Urlauber mit Hund eingestellt.
Wichtig für die Planung am Wasser: In den meisten Anrainerstaaten am Mittelmeer sowie an Nord- und Ostsee sind Hunde in der Hauptsaison an touristisch stark frequentierten Stränden häufig nicht erlaubt. Meist bleiben speziell ausgewiesene Hundestrände.
Eine Übersicht zu beliebten Zielen ist hier zu finden: https://www.adacreisen.de/ratgeber/familienurlaub/urlaub-mit-hund.
Am Ende entscheidet eine gute Vorbereitung über den entspannten Teil der Reise, denn wer Regeln, Gesundheitsschutz und Transport vorher sauber organisiert, hat vor Ort deutlich weniger Konflikte und Risiken. (red)
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |